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KfW-Studie: Zahl der Start-ups in Deutschland bleibt stabil

Archivmeldung vom 09.10.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.10.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Cristine Lietz / pixelio.de
Bild: Cristine Lietz / pixelio.de

In Deutschland hat der Bestand an Start-ups im Jahr 2019 wie im Jahr zuvor bei 70.000 gelegen. Das ist das Ergebnis des sogenannten Start-up-Reports der KfW. Der Anstieg aus den beiden vorangegangen Jahren (2016: 54.000, 2017: 60.000, 2018: 70.000) hat sich demnach nicht fortgesetzt.

Deutlich gestiegen ist hingegen der Anteil der Start-ups, die zur Finanzierung ihres künftigen Wachstums auf "Venture Capital" (VC) zurückgreifen wollen. So will inzwischen knapp jedes fünfte Start-up (19 Prozent) und damit doppelt so viele wie im Jahr zuvor, VC-Partner einbeziehen. Hierzu untersuchte KfW Research junge Unternehmen, die vor höchstens fünf Jahren gegründet wurden, innovations- oder wachstumsorientiert waren, Marktneuheiten anboten oder Forschung und Entwicklung betrieben, um eine technologische Innovation zur Marktreife zu bringen.

Bei einer durchschnittlichen Teamgröße von 1,8 stehen hinter den 70.000 Start-ups rund 127.000 aktive Gründer, wobei mit gut 24.000 Gründerinnen der Anteil von Frauen 19 Prozent beträgt. Der deutlich gestiegenen Nachfrage nach Wagniskapital auf Seiten der Start-ups steht ein ebenfalls gewachsenes Kapitalangebot gegenüber. So sind die jährlichen VC-Investitionen institutioneller Investoren seit 2014 um das 2,8-fache auf rund 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2019 gestiegen. Wie sich die Coronakrise auf die Start-up-Szene in Deutschland auswirkt, ist laut der KfW derzeit noch nicht absehbar. Viele Start-ups gingen im Frühsommer davon aus, dass sie aufgrund der Umsatzeinbrüche das Jahr nicht überstehen würden. Auch platzte so manche sicher geglaubte Finanzierung.

Auch VC-Investoren erwarten eine höhere Ausfallrate in ihren Portfolien. Aktuell habe sich die Lage etwas entspannt. Zugleich bringe die Coronakrise Rückenwind für digitale oder internetbasierte Geschäftsmodelle. Ob die Zahl solcher Neugründungen, die der krisenbedingt ausscheidenden Start-ups kompensieren kann, bleibt abzuwarten. "Die in den letzten Jahren gestiegene Zahl an Start-ups spiegelt die Reifung des Start-up-Ökosystems wider", sagte die Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib. "Die Coronakrise belastet dieses Ökosystem nun erheblich, weil wohl zunächst sowohl mehr Unternehmen scheitern als auch weniger Gründungen nachkommen werden."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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