Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Wirtschaft Verband: Geschätzte 99 Prozent des Handels sind nicht fair

Verband: Geschätzte 99 Prozent des Handels sind nicht fair

Archivmeldung vom 22.07.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.07.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Eigentümer Westlicher und Fernöstlicher Konzerne beuten auch Afrika aus.
Eigentümer Westlicher und Fernöstlicher Konzerne beuten auch Afrika aus.

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Produkte aus fairem Handel erfreuen sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. "Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt", teilte Manuel Blendin, Geschäftsführer Forum Fairer Handel, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit.

Den Umsatzanstieg führte er unter anderem auf die wachsende Bedeutung nachhaltigen Konsums zurück. Parallel dazu seien auch das Sortiment im Fairen Handel und die Zahl der Verkaufsorte erheblich gewachsen. "Es darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass geschätzte 99 Prozent des Handels nicht fair sind", betonte der Geschäftsführer.

Mit 81 Prozent machen Lebensmittel, insbesondere Kaffee, den größten Umsatzanteil am Fairen Handel aus. Der Preisdruck im Markt geht dabei auch an den fair gehandelten Produkten nicht vorbei. "Der Handel passiert nicht im luftleeren Raum. Im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland herrscht ein enormer Preisdruck, der viel zu oft auf Kosten der Hersteller und deren Umwelt geht", kritisierte Blendin. Das hänge unter anderem mit der enormen Marktmacht der vier großen Einzelhandelskonzerne - der Edeka-Gruppe, Rewe-Gruppe, Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie der Aldi-Gruppe - zusammen. "Deswegen werden Lebensmittel in Deutschland häufig viel zu billig angeboten. Da kann der höhere Preis von Produkten aus fairem Handel zum Kaufhindernis werden", erklärte Blendin.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

Anzeige: