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Bahn für Geschäftsreisende wenig attraktiv

Archivmeldung vom 15.10.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.10.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Mehrheit der über sieben Millionen Geschäftsreisenden aus Deutschland ist mit den Leistungen der Deutschen Bahn nicht zufrieden.

Kritisiert werden vor allem die fehlende Pünktlichkeit der Züge, mangelnde Flexibilität bei Umbuchungen, eingeschränkter Service und Komfort sowie zu hohe Preise. Ausdrücklich positive Erfahrungen mit der Bahn hat nicht einmal jeder vierte geschäftlich reisende Bundesbürger gemacht (23%), deutlich seltener als auf Geschäftsreisen mit Airlines (51%) oder dem Pkw (45%). Wirklich überzeugen kann die Bahn Geschäftsreisende nur in punkto Umweltfreundlichkeit und Sicherheit.

Dies zeigt die jetzt veröffentlichte Studie "Geschäftsreisen mit Bahn, Pkw und Airline" des Marktforschungsinstituts Nordlight Research (Hilden). Über 500 geschäftlich reisende Bundesbürger wurden zur Attraktivität unterschiedlicher Verkehrsmittel für Geschäftsreisen ab 100 Kilometern und zu ihrer Zufriedenheit mit der Leistungsqualität befragt.

Bahnstreiks ohne unmittelbaren Einfluss auf die Kundenzufriedenheit

Die Bahnstreiks dürften die Zufriedenheit der Geschäftsreisenden nicht zusätzlich belasten: begrenzte Streik-Erfahrungen hatten auf die Gesamtzufriedenheit der Bahnkunden bisher keinen nachweisbaren negativen Effekt. Längerfristige Folgen sind allerdings nicht auszuschließen, denn mehrheitlich ärgern sich die Betroffenen über Zugausfälle oder Verspätungen. Generell halten 38 Prozent der Geschäftsreisenden Bahnstreiks für gerechtfertigt, 23 Prozent für ungerechtfertigt; unentschieden in dieser Frage sind 39 Prozent.

Geringe Bindung der Geschäftsreisenden an die Bahn

Obwohl mehr als die Hälfte aller Geschäftsreisenden die Bahn nutzt, weisen sie nur eine schwache Bindung an das Verkehrsmittel auf. Zukünftig wollen die geschäftlich reisenden Kunden die Bahn sogar eher seltener nutzen; Zuwächse werden hingegen bei der Nutzung von Airline und Pkw erwartet. Trotz des vergleichsweise geringsten absoluten Nutzungsanteils können die Airlines in punkto Attraktivität und Kundenbindung bei den Geschäftsreisenden einen deutlichen Vorsprung vor der Bahn erzielen. Ähnliches gilt für "der Deutschen liebstes Kind", das Automobil.

Für die Bahn gibt es aber auch Lichtblicke: "Die Hälfte der Geschäftsreisenden berichtet von leichten Verbesserungen der Angebote und des Reisekomforts der Bahn in den letzten fünf Jahren", erläutert Thomas Donath, Geschäftsführer von Nordlight Research.

Rückenwind erhält die Bahn zudem durch steigende Benzinpreise: Diese machen die Bahn für 57 Prozent der Geschäftsreisenden auf längeren Strecken zumindest etwas attraktiver. Im Wettbewerb mit den Airlines - unter denen die Billigflieger in den Augen der Geschäftsreisenden deutlich aufgeholt haben - sowie in der unmittelbaren Konkurrenz zum Auto reicht dies aber offensichtlich nicht aus. Argumente wie Umwelt, Sicherheit oder Preis alleine können Geschäftsreisende bei der Wahl ihrer Verkehrsmittel nicht überzeugen.

Pünktlichkeit, Bequemlichkeit, Gesamtreisedauer und nicht zuletzt attraktive Services, freundliches Personal und ein rundum angenehmer Reisekomfort erweisen sich als entscheidender. Hier hat die Bahn - nicht nur aus Sicht von Geschäftsreisenden - weiteren Nachholbedarf.

Quelle: Pressemitteilung Nordlight Research GmbH

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