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Produktion in Corona-Zeiten: 80 % mehr Desinfektionsmittel von Januar bis September 2020 gegenüber Vorjahreszeitraum

Freigeschaltet am 18.11.2020 um 08:09 durch Andre Ott
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Bild: Statistisches Bundesamt

Die Nachfrage nach bestimmten Hygieneartikeln sowie Produkten des täglichen Bedarfs ist in der Corona-Pandemie zeitweise deutlich angestiegen. Auch die inländische Produktion von bestimmten Gütern stieg im bisherigen "Corona-Jahr" 2020, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand einer Sonderauswertung der Produktionserhebung mitteilt.

So lag etwa die Produktion von Desinfektionsmitteln im Durchschnitt von Januar bis September 2020 um 80 % über der des Vorjahreszeitraums.

Produzierende Unternehmen reagierten auf veränderte Nachfrage in der Corona-Krise

Die Unternehmen in Deutschland mit 50 und mehr Beschäftigten haben bereits mit Ausbruch der Corona-Pandemie auf die veränderte Nachfrage reagiert: Während die Produktion von Desinfektionsmittel im Januar 2020 bereits 29 % über dem Vorjahresmonat lag, erreichte sie im April 2020 den bisherigen Jahreshöhepunkt: mit 14 800 Tonnen Wirkstoffgewicht wurde 161 % mehr produziert als im April 2019 mit rund 5 700 Tonnen.

Produktion von Nudeln im März 2020 um 82 % höher als im März 2019

Zur Bevorratung oder für die schnelle Zubereitung einer Mahlzeit wird häufig auf Nudeln zurückgegriffen. Obwohl die Restaurants in Deutschland zur Eindämmung der Corona-Pandemie im März 2020 für den Verzehr vor Ort schließen mussten, haben die Unternehmen hierzulande die Produktion von Nudeln ausgeweitet: Im März 2020 wurden mit gut 36 600 Tonnen 72 % mehr Nudeln produziert als im Vormonat und 82 % mehr als im März 2019. Betrachtet man das bisherige Corona-Jahr 2020, zeigt sich ebenfalls ein Produktionsanstieg: Von Januar bis September 2020 lag die Produktion im Schnitt um 20 % höher als im Vorjahreszeitraum.

Ähnlich wie beim Desinfektionsmittel lässt sich aus der erhöhten Produktion von Nudeln im Zeitraum von Januar bis September 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf einen tatsächlich höheren Bedarf an diesen Gütern schließen.

Anders verhält es sich beim Toilettenpapier, welches bei Ausbruch der Krise in Deutschland im Handel ebenfalls stark nachgefragt wurde. Zwar wurde im März 2020 mit 108 300 Tonnen 17 % mehr Toilettenpapier produziert als im März 2019, und auch im April 2020 wurden 12 % mehr produziert als im Vorjahresmonat. Die Betrachtung der Zeiträume Januar bis September 2019 (88 400 Tonnen) und 2020 (85 300 Tonnen) zeigt jedoch, dass die Produktion von Toilettenpapier im Schnitt auf einem ähnlichen Niveau verblieben ist (-3,5 %).

Gesteigerte Produktion von Spielwaren in der Corona-Krise

Kontakte zu reduzieren und zu Hause zu bleiben - das war und ist ein zentrales Gebot zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie, sowohl in Deutschland als auch in anderen Staaten. Ob die in Deutschland produzierten Güter im Inland verkauft werden, zunächst in Lagern verbleiben oder ins Ausland exportiert werden, kann nicht einzeln nachvollzogen werden - fest steht jedoch, dass die Unternehmen in Deutschland zuletzt mehr Spielwaren produziert haben: Im September 2020 lag der Wert der produzierten Spielwaren mit 202 Millionen Euro um 52 Millionen Euro höher als im September 2019 (+35 %). Von Januar bis September 2020 lag ihr durchschnittlicher Wert um 3,4 % höher als im Vorjahreszeitraum.

Produktion von Sportgeräten fiel wertmäßig von Januar bis September 2020 um 17 % geringer aus

Neben Restaurants und Kaufhäusern mussten im März 2020 hierzulande auch die Fitnessstudios und Sportvereine ihre Türen zeitweise schließen. Der Wert der produzierten Sportgeräte wie etwa Crosstrainer, Ergometer-Fahrräder oder Trampoline ist während dieser ersten Phase der Kontaktbeschränkungen eingebrochen: Während im April 2019 Sportgeräte im Wert von rund 9,2 Millionen Euro produziert wurden, lag der Produktionswert im April 2020 nur noch bei rund 5,8 Millionen Euro, ein Minus von 37 %. Bei der Betrachtung des Zeitraums Januar bis September 2020 war der Produktionswert im Schnitt um 17 % niedriger als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)

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