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Verdi kündigt koordinierte Streiks bei Amazon Deutschland an

Archivmeldung vom 25.11.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.11.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Logo von Amazon.com, Inc.
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Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat im Kampf um einen Tarifvertragsabschluss weitere Streiks beim Online-Händler Amazon in der Adventszeit angekündigt. Die Gewerkschaft plant, die Streiks koordiniert auf alle Amazon-Standorte in Deutschland auszuweiten: "Man muss mit weiteren Streiks rechnen", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der "Welt am Sonntag".

"Wir werden die Taktung von Streiks in der Adventszeit überprüfen", so Nutzenberger. "Unsere Aktionsfähigkeit kann auf alle Standorte übergreifen. Weitere Standorte für neue Streiks neben Leipzig und Bad Hersfeld sind in Planung". Manchmal reichten "wenige Menschen an der richtigen Stelle, um Amazon zu treffen. Wir werden uns auf Tage konzentrieren, die das Geschäft besonders stören und die Streiks auch miteinander vernetzen", fügte sie hinzu. Tarifverhandlungen lehnt der Konzern seit Jahren ab.

Gespräche mit Verdi hätten zu keinem Ergebnis geführt, sagte Nutzenberger: "Amazon will keinen Tarifvertrag." Ralf Kleber, Deutschlandchef des Unternehmens, sagte der "Welt am Sonntag", sein Unternehmen werde den Abschluss eines Tarifvertrags mit Verdi weiterhin verweigern: "Warum sollten wir Tarifverhandlungen beginnen? Davon würde nur die Gewerkschaft profitieren. Amazon zahlt in der Logistik-Branche bereits überdurchschnittlich, und wir stehen in einem direkten Dialog mit unseren Arbeitnehmern - dafür benötigen wir Verdi nicht."

Im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" erklärte Amazons globaler Logistik-Vorstand Dave Clark die starre Haltung als Teil der Unternehmenskultur: "Wir pflegen eine direkte Beziehung mit unseren Leuten: durch Betriebsräte und Mitarbeiterforen und durch viele Möglichkeiten zum Feedback."

Clark ist weltweit für alle Versandzentren verantwortlich, und will sich von Gewerkschaftern nicht reinreden lassen: "Verdi ist nicht Teil dieser Beziehung, deswegen verwende ich nicht viel Zeit für sie." Clark verteidigte die von Verdi kritisierte engmaschige Leistungsmessung in Amazons Versandzentren: "Wie viele Firmen haben wir Erwartungen an unsere Angestellten - Vorgaben für Produktivität gibt es nicht nur bei Amazon", sagte er. "Wir achten sehr genau darauf, diese Zahlenvorgaben an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen, und Einzelne nicht zu überfordern. Manche mögen das als sehr enge Kontrolle empfinden - doch de facto arbeiten wir sehr langfristig und vorhersehbar."

Amazon schlägt harte Töne gegenüber Verdi an

Der US-Vorstand des Internetkonzerns Amazon setzt im Weihnachtsgeschäft auf einen direkten Konfrontationskurs mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Im Interview mit der "Welt" sagte Amazons Logistik-Vorstand Dave Clark. mit Streiks im Weihnachtsgeschäft schieße Verdi in Sachen öffentliche Wahrnehmung ein Eigentor. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die "Weihnachtsgeschichte des Grinch, der Weihnachten gestohlen hat". Verdi wolle dieser Grinch sein - "und niemand mag den Grinch. Das ist etwas, was wir nicht verstehen: Warum sollen wir uns von jemanden zur Zusammenarbeit erpressen lassen, der damit droht, das Weihnachtsfest für Kinder zu ruinieren? Die überwiegende Mehrheit unserer Angestellten wollen vor allem ein gutes Weihnachtsgeschäft abliefern". Man werde sehen, wie viele tatsächlich dem Aufruf von Verdi folgen. Dave Clark leitet als Amazons "Vice President Worldwide Operations and Customer Service" die globale Logistik-Expansion des Versandriesen aus Seattle. Das Vorstandsmitglied ist damit auch für die deutschen Versandzentren zuständig und lehnt alle formellen Gespräche mit Verdi über einen Tarifvertrag ab: "Wir pflegen eine direkte Beziehung mit unseren Leuten: durch Betriebsräte und Mitarbeiterforen, und durch viele Möglichkeiten zum Feedback. Verdi ist nicht Teil dieser Beziehung, deswegen verwende ich nicht viel Zeit für sie." Clark erklärte, anders als im vergangenen Jahr werde Amazon Deutschland in diesem Jahr versuchen, seine mehr als 14.000 Saisonarbeitskräfte für die Weihnachtszeit nicht aus EU-Nachbarländern zu rekrutieren: "Dieses Mal werden wir keine Saisonmitarbeiter aus anderen Ländern bei uns unterbringen, stattdessen werben wir lokale Kräfte an. Dank des Ausbaus des deutschen Netzwerks in den vergangenen Monaten - etwa mit dem neuen Versandzentrum in Brandenburg - müssen wir in dieser Weihnachtssaison nicht improvisieren."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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