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Chef des größten Lebensmittelspediteurs kritisiert Hamsterkäufe

Archivmeldung vom 14.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
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Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Der größte Lebensmittelspediteur des Landes, die Nagel-Group aus Versmold in Nordrhein-Westfalen, hält die Versorgungslage weiter für sicher. "Persönlich gesagt, habe ich kein Verständnis für das Hamstern", sagte Vorstandsvorsitzender Carsten Taucke der "Welt".

Im Frühjahr habe es während des Lockdowns habe es zwar kurzzeitige Leerstände in den Regalen bei Nudeln, Toilettenpapier oder auch Desinfektionsmitteln gegeben. "Großangelegte Engpässe habe ich jedoch nirgends gesehen. Jetzt erleben wir eine Art Lockdown light, die Einschränkungen sind geringer als damals", sagte der Manager.

Sein Unternehmen habe rund 12.500 Kunden unter den Lebensmittelherstellern wie auch im Lebensmitteleinzelhandel und daher einen umfassenden Überblick über die Lage. "Ich kann nur sagen, dass es keine Notwendigkeit zum Hamstern gibt, weil die Produkte da sind", sagte Taucke. Die Hochphase des Weihnachtsgeschäfts fange für sein Transportunternehmen jetzt an. "Wir sind in unseren Lagerstandorten darauf vorbereitet", sagte der Unternehmer. In Deutschland fährt kein anderer Spediteur mehr Wurst, Käse, Milch, Nudeln, Müsli, Schokolade oder andere Lebensmittel zu Supermärkten wie Aldi, Rewe, Metro, Netto oder Edeka als das Familienunternehmen Nagel-Group. Zugleich übte der Logistikmanager Kritik an der Deutschen Bahn.

"Mit Blick auf die Anforderungen der Lebensmittellogistik ist die Bahn keine Alternative zur Straße", sagte der Vorstandsvorsitzende der "Welt". In seinem Unternehmen etwa müssten 90 Prozent der am Tag bestellten Lieferungen am nächsten Morgen beim Kunden eintreffen. "So etwas versuchen Sie einmal mit der Bahn hinzubekommen", sagte der Manager. Das Gleisnetz sei seit der Bahnreform von 1994 um 20 Prozent geschrumpft. Über 6.000 Trassenkilometer seien mittlerweile stillgelegt. "Die Bahn muss ihre Gleisstrecken revitalisieren und Kapazitäten erhöhen. Und sie muss vor allem zuverlässig sein", fordert Taucke. Auf die Ankündigung der neuen Vorstandschefin der Güterbahn, Sigrid Nikutta, jedes Jahr die Ladung von 25 Millionen Lkw von der Straße auf die Schiene holen zu wollen, reagierte der Manager abwartend. "Das ist ein interessanter Gedanke. Es gibt jede Menge Volumen für die Bahn, Transport auf die Schiene zu holen", sagte Taucke. Alle rdings bleibe es abzuwarten, "was von den Ankündigungen von Frau Nikutta am Ende eingelöst" werde.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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