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iRobot-Chef warnt vor Wachstumsschwäche durch US-Zölle

Archivmeldung vom 14.01.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.01.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Verlust, Crash, Einbruch, Börse, Konjunktur und Insolvenz (Symbolbild)
Verlust, Crash, Einbruch, Börse, Konjunktur und Insolvenz (Symbolbild)

Bild: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Der Staubsauger-Roboter-Hersteller iRobot warnt vor den Folgen der geplanten US-Zölle auf Importe aus China. "Die kurzfristige Auswirkung dieser Zölle auf die Roboter-Industrie sind eine echte Herausforderung, weil es sich dabei praktisch um eine Steuer auf die Technologie handelt, die von den Verbrauchern bezahlt werden muss", sagte iRobot-Chef Colin Angle der "Welt am Sonntag".

Das verlangsame das Wachstum dieser Industrie. US-Präsident Donald Trump hat Zölle in Höhe von 25 Prozent angekündigt, mit denen auch Staubsauger-Roboter von iRobot belegt werden würden, da sie in China produziert werden. Die USA und China haben sich darauf geeinigt, 90 Tage miteinander zu verhandeln. "Sollte es aber zu den 25 Prozent kommen, hätten wir in den USA keine Wahl, als die Preise für Staubsauger-Roboter zu erhöhen", sagte Angle. Er hoffe jedoch, dass die US-Regierung in der Lage sei, diese Probleme schnell zu lösen, um sich dann dem freien und offenen Welthandel zu widmen.

"Am besten schon gestern." iRobot ist im vergangenen Jahr noch einmal kräftig gewachsen, zuletzt prognostizierte das Unternehmen für 2018 ein Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent. Bislang verkauft iRobot vor allem Staubsauger-Roboter, doch die Pläne gehen darüber hinaus. "iRobot ist mehr als nur ein Staubsauger-Roboter-Hersteller, wir sind noch nicht fertig", sagte Angle. "Wir erleben gerade einige Durchbrüche, die Roboter dazu verhelfen, ihre Umgebung zu verstehen und sie dadurch befähigen, neue Aufgaben zu erfüllen." Es gebe noch viel Potenzial, was über Hausmeister-Aufgaben hinausgehe, sagte der iRobot-Chef. Da Menschen immer länger unabhängig zu Hause leben wollten, spielten hier Themen wie soziale Isolation und die medizinische Versorgung eine Rolle. "All dies sind Bereiche, in denen man mit iRobot rechnen sollte", sagte Angle.

Ein mögliches Übernahmeangebot durch ein Unternehmen wie die Google-Muttergesellschaft Alphabet wollte der iRobot-Chef nicht ausschließen. "Aber wir halten nicht danach Ausschau." iRobot lebe gut damit, ein unabhängiges Unternehmen zu sein. "Wir sind sogar der Meinung, dass wir das Google der Robotik sein können", so Angle. Ängste, dass sich Roboter einmal gegen die Menschen stellen könnten, hält Angle für überzogen. "Die Art der Intelligenz, die Roboter brauchen, um sich mit Menschen zu verstehen oder eben nicht zu verstehen, ist noch so weit entfernt, dass wir uns darüber keine Sorgen machen müssen", sagte er. Es gebe viele vermeintliche Experten, die vor den Gefahren der künstlichen Intelligenz warnten, aber keiner von ihnen arbeite wirklich in der Forschung über diese Technologie. Trotzdem sei es die gute Idee, Sicherungen einzubauen. "Jeder Roboter, der groß genug ist, um physischen Schaden anzurichten, sollte einen Killswitch haben. Denn diese Geräte können kaputt gehen und damit fehlerhaft sein." Als Killswitch wird ein Notaus-Schalter bezeichnet. Ethischen Regeln in der Robotik steht Angle eher skeptisch gegenüber. "Wir sind Dekaden davon entfernt, dass Roboter überhaupt wissen, was Ethik bedeutet", sagte er der "Welt am Sonntag".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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