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Automatisierung: 47 Prozent der Jobs gefährdet

Archivmeldung vom 24.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Sitzender Roboter: bald fähig für komplexe Aufgaben (Foto: pixelio.de, Schütz)
Sitzender Roboter: bald fähig für komplexe Aufgaben (Foto: pixelio.de, Schütz)

Mit Rechenpower, schlauen Algorithmen und riesigen Datenmengen entwickeln sich Maschinen zu Kopfarbeitern, die künftig Bürojobs und weitere Berufe mit mittlerem Einkommen überflüssig machen werden. Nun zeigt eine erste Analysen die Konsequenzen, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Novemberausgabe.

Das Innovationsmagazin zitiert eine Studie der Oxford Martin School von der Universität Oxford. Der Prognose "The Future of Employment" zufolge werden zumindest in den USA 47 Prozent aller Jobs in naher Zukunft der Automatisierung zum Opfer fallen. Computerprogramme und Roboter dürften insbesondere Tätigkeiten übernehmen, die wenig Feinmotorik, Originalität, Empathie, Verhandlungsgeschick und Überzeugungskraft erfordern. Am schnellsten ersetzt würden demnach Arbeitsplätze in Logistik und Transport sowie im Büro, Verkauf und in der Verwaltung.

Vergangene Automatisierungswellen ersetzten vor allem Arbeitskräfte in der Produktion. Wer dort kein Auskommen mehr fand, konnte daher in den Dienstleistungssektor oder in einen Bürojob wechseln - etwa als Kurierfahrer oder Sachbearbeiter. Mit dem technologischen Fortschritt geraten nun allerdings auch diese Bereiche unter Druck. Die Rationalisierung gewinnt eine völlig neue Dimension. "Nehmen wir das Beispiel autonomes Fahren", sagt Frank Rieger, Sprecher des Chaos Computer Clubs, gegenüber Technology Review. In seinem neuen Buch "Arbeitsfrei" hat er mit Co-Autorin Constanze Kurz die Zukunft der Arbeitswelt untersucht. "In dem Moment, in dem das wirklich gut funktioniert, werden in Deutschland 500.000 bis 800.000 Menschen arbeitslos, die jetzt auf den Fernfahrerböcken sitzen. Die Übergangsphase beträgt nur drei bis fünf Jahre. Dann sind die Lkw-Flotten erneuert. Keine drei Jahrzehnte wie früher." Technologiewellen, die die Arbeitswelt verändern, bringen auch neue Arbeitsplätze mit sich. Doch es dauert, bis diese entstehen. "Dazwischen gibt es Löcher. Menschen mit der falschen Ausbildung müssen erleben, dass ihre Fertigkeiten wertlos geworden sind", so Frank Rieger. Hinzu käme, dass Technologiewellen, die unsere Arbeitswelt verändern, immer schneller aufeinander folgen und der Wert spezieller Qualifikationen daher immer rascher verfällt.

Quelle: Technology Review (ots)

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