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Start-up-Investor kritisiert Staatshilfe für große Konzerne

Archivmeldung vom 23.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Die Anti-Lobbygesetze sind so gut geschrieben, sie könnten glatt von Lobbyisten stammen. Dafür kasiert der Bundestag sogar eine Rüge aus dem Europarat (Symbolbild)
Die Anti-Lobbygesetze sind so gut geschrieben, sie könnten glatt von Lobbyisten stammen. Dafür kasiert der Bundestag sogar eine Rüge aus dem Europarat (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Der Risikokapitalgeber Klaus Hommels kritisiert Staatshilfen für große börsennotierte Konzerne. Der Staat fördere die Konzerne "mit einem Kredit, obwohl die ja auch einfach eine Kapitalerhöhung machen könnten, bei denen die meist ausländischen Bestandsinvestoren mitinvestieren müssten", sagte er dem "Handelsblatt".

Bei den börsennotierten Konzernen schütze man die ausländischen Investoren. "Hier kommt Geld rein, ohne dass Altinvestoren reinvestieren." Hommels unterstützt die europäische Start-up-Lobby United Tech of Europe. "Wir wollen die Start-ups schützen, nicht die Risikokapitalgeber. Daher ist eine Fördermaßnahme sinnvoll, bei der die Risikokapitalgeber eigenes Geld nachschießen, das dann vom Staat aufgestockt wird", sagte der Gründer des Risikokapitalgebers Lakestar.

Dabei könnten nicht alle jungen Unternehmen überleben: "Ich denke, einige Start-ups werden sterben, die sowieso nur noch künstlich am Leben gehalten wurden. Dafür konzentriert man sich auf die aussichtsreichen. Wenn der Staat solche Runden noch aufstockt, könnte in der Krise sogar mehr Geld in bessere Projekte fließen." Hommels forderte staatliche Co-Investments in Zusammenarbeit mit der Branche. "Daher brauchen wir auch in Brüssel eine relevante Interessenvertretung mit einer eigenen Ethik, die von sich aus dafür sorgt, dass keine Trittbrettfahrer auftreten", sagte er.

Einzelne europäische Risikokapitalgeber versuchten jedoch, die Situation für sich auszunutzen. "Einige verhalten sich unmöglich. Da wollen wir auch auf Verbandsebene gegenhalten. Es geht uns nicht darum, Krisengewinner zu sein", sagte der Start-up-Investor. Für Gründer sieht er in der Krise die Chance, sich auf echte Probleme zu konzentrieren. Damit könnten sie Europa helfen, bei kritischer Infrastruktur unabhängiger von den USA zu werden. "Wir können uns doch nicht bei allen systemrelevanten Sachen auf Amerikaner verlassen. Überlegen Sie doch mal: Die Amerikaner könnten uns doch jederzeit die Infrastruktur für die Kreditkarten abstellen", warnte Hommels.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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