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Experten: „Freundschaftlich“ genehmigte verbotene Substanzen sind größtes Problem

Archivmeldung vom 10.12.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.12.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Karin Schmidt / pixelio.de
Bild: Karin Schmidt / pixelio.de

Die Doping-Affären, die im laufenden Jahr oft in den Blickpunkt der Medien geraten waren, hatten das Problem der Genehmigung der therapeutischen Anwendung von verbotenen Substanzen für Sportler in den Vordergrund gerückt. Das Problem haben Experten im Bereich Spotmedizin in Interviews mit Sputnik kommentiert.

Weiter heißt es dort: "Solche Genehmigungen ermöglichen es den Sportlern, die unter chronischen Krankheiten leiden, Arzneien von der Liste der verbotenen Substanzen zu sich zu nehmen.

Laut einer Umfrage, die das französische Meinungsforschungsinstitut IFOP- durchgeführt hat, sind 66 Prozent der Polen, 50 Prozent der Italiener, 48 Prozent der Franzosen und 45 Prozent der Amerikaner der Auffassung, dass kranke Sportler keine verbotene Arzneien nicht zu sich nehmen dürfen. Dabei könnten nicht alle verbotenen Substanzen als Doping bezeichnet werden, sagte die Vorsitzende des Verbandes „Ethik und Sport" und Ex-Chefin der französischen Antidoping-Agentur, Véronique Lebar. Sie tritt für eine strengere Kontrolle bei der Genehmigung der Einnahme von verbotenen Substanzen auf. Dabei sollten die Anträge auf solche Genehmigungen anonym behandelt werden.

Ursprünglich seien die Genehmigungen für die Anwendung verbotener Substanzen in der besten Absicht erteilt worden, sagte Lebar, allerdings hätten einige „unehrliche Leute" begonnen, sie für ihre eigenen Interessen auszunutzen. So würden einige Sportler beispielsweise Gelenkschmerzen simulieren, um sich Kortikoide spritzen zu lassen, was nicht als Doping angesehen werde. Dafür würden Kortikoide, die in der Form von Pillen eingenommen würden, als Doping-Substanz eingestuft und erforderten eine Genehmigung für ihre therapeutische Anwendung.

„Sehr oft greifen unehrliche Sportler zu Injektionen und nehmen gleichzeitig Kortikoide als Pillen zu sich. Wenn sie dann überführt werden, behaupten sie, sie hätten sich Kortikoide injizieren lassen, sie hätten ein Gesundheitsattest und so weiter", sagte sie.

Die jüngsten Fälle, bei denen Genehmigungen für eine therapeutische Anwendung verbotener Substanzen nicht zur Behandlung der Sportler, sondern für Doping erteilt worden seien, habe eine Vertrauenskrise gegenüber dem Antidoping-Recht hervorgerufen, sagte der Sportpsychologe Dorian Martinez. Martinez hatte die Organisation SPORT Protect gegründet, die als erste begann, Lebensmittel für Sportler als den Antidoping-Vorschriften entsprechend zu markieren.

„Das Problem sind die Genehmigungen der therapeutischen Anwendung verbotener Substanzen, die „freundschaftlich" erteilt worden sind und die die Einnahme einer Arznei ermöglichen, während der Mensch keine Krankheiten hat. Das heißt, dies ist eine Art legalisiertes Doping", sagte er.

Solche Genehmigungen sollten strenger kontrolliert werden, so Martinez, und wahrscheinlich nicht vom dem Heimatland des Sportlers, sondern von einer „außenstehenden unabhängigen Organisation, die an kein Land und kein Sportverband gebunden wäre". „Weil wir heute einige Länder verdächtigen, die möglicherweise ein Auge bei dem zudrücken, was ihre Sportler tun, wenn sie bei internationalen Wettkämpfen antreten"."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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