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VW brüskiert Verkehrsminister bei Dieselnachrüstung

Archivmeldung vom 28.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Bernd Kasper / pixelio.de
Bild: Bernd Kasper / pixelio.de

Nachdem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die technischen Richtlinien vorgelegt hat, nach denen Dieselautos mit Stickoxidkatalysatoren nachgerüstet werden sollen, weigert sich VW, die Umrüstfirmen bei der Entwicklung zu unterstützen. Das berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe.

Laut Richtlinien müssen Umrüstfirmen nachweisen, dass Diesel-Pkw nicht mehr als 270 Milligramm Stickoxide pro Kilometer ausstoßen, wenn sie mit sogenannten SCR-Systemen nachgerüstet wurden. Das SCR-System basiert darauf, dass Harnstofflösung ins Abgas eingespritzt wird. Ist die Flüssigkeit aufgebraucht, müsse es "ein deutliches, optisches oder akustisches Dauersignal" im Auto geben, so die Richtlinie. Das SCR-System wird voraussichtlich zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch führen - dieser soll aber nicht mehr als sechs Prozent vom gewöhnlichen Verbrauch abweichen.

Die Richtlinien sollen Anfang Januar in Kraft treten. Spezialfirmen können dann mit der Entwicklung der Systeme beginnen, doch VW will ihnen technisch nicht helfen. Auf Anfrage des "Spiegel" und des Bayerischen Rundfunks erklärte VW, die Anbieter der Systeme müssten dem Kraftfahrt-Bundesamt "eigenverantwortlich die technische Machbarkeit nachweisen und die Gewährleistung übernehmen". Man könne "die Entwicklungen der Hardware-Nachrüster aus haftungsrechtlichen Gründen nicht unterstützen".

Zudem sei der Konzern davon überzeugt, "dass Nachrüstungen nicht die richtige Lösung sind". An der Finanzierung der Umrüstung, für die VW 3.000 Euro je Pkw versprochen hat, wolle man jedoch festhalten.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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