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Ökolandbau und Innovation: Landwirtschaftsministerin besichtigt Pilotprojekt zur nachhaltigen Bewässerung auf dem Schanzenhof in Alpen

Freigeschaltet am 07.09.2020 um 06:50 durch Andre Ott
Bild: "obs/LVÖ NRW/TK-SCRIPT"
Bild: "obs/LVÖ NRW/TK-SCRIPT"

Am Sonntag, 6. September, hat NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser den Schanzenhof in Alpen besucht. Der Demeter-Hof ist einer von 30 ökologischen Leitbetrieben in NRW und engagiert sich sehr für die Weiterentwicklung des Öko-Landbaus.

Ende August hat der Schanzenhof eine Pilotanlage zur besonders wasser- und energiesparenden Bewässerung in Betrieb genommen - ein Projekt in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer NRW. Im Rahmen der Aktionstage Ökolandbau informiert sich die Landwirtschaftsministerin über dieses Projekt auf dem Schanzenhof.

"Unter zwei Hektar Ackerland haben wir über 32 Kilometer Kunststoffleitungen verlegt", erklärt Betriebsleiterin Ruth Laakmann. "In etwa 30 Zentimeter Tiefe liegen im Abstand von 75 Zentimeter ein-zoll-starke Leitungen, mit denen wir ganz dosiert Wasser ins Erdreich pumpen können. Darauf haben wir dann Kleegras gesät für die Beweidung und zur Futtergewinnung."

Gegenüber den in der Landwirtschaft üblichen "Wasserkanonen" sorgt diese Pilotanlage dafür, dass Wasser zielgenauer und bedarfsgerechter eingesetzt wird. Es gelangt direkt an die Wurzeln der Pflanzen, Verdunstungsverluste durch Wind und Sonne lassen sich so vermeiden. Doch der Schanzenhof spart nicht nur wertvolles Nass. Die Pumpen der Anlage werden nicht mit Diesel betrieben, sondern mit dem Strom einer mobilen Solaranlage. Nachhaltiger geht es kaum.

"Wir hätten in diesem extrem trockenen Sommer die Anlage schon sehr gut brauchen können," sagt Ruth Laakmann. "Wir mussten die klassischen Wasserkanonen auf manchen Flächen bis zu sieben Mal einsetzen. Das verursacht nicht nur hohe Betriebskosten, sondern auch viel Arbeit, da sie ja immer wieder neu positioniert werden müssen."

Ute Rönnebeck, Geschäftsführerin von Demeter NRW, betont, dass die extremen Trockenphasen vielen Höfen in den vergangen drei Jahren erhebliche Probleme bereitet haben. "Es geht nicht nur um die Bewässerung von Gemüsefeldern, gerade der Futtermangel aufgrund ausbleibender Niederschläge bringt viehhaltende Betriebe in Existenznöte. Und da kann diese Art des unterirdischen Bewässerns einer von mehreren Bausteinen sein, um dem Klimawandel und seinen Folgen zu begegnen."

Ministerin Heinen-Esser zeigte sich beeindruckt: "Wasserschonende Bewässerung wird immer wichtiger, wenn sich der Klimawandel weiter verschärft. Von daher ist es wichtig, dass in NRW Forschung gemeinsam mit der landwirtschaftlichen Praxis betrieben wird und sich viele Ökobetriebe wie hier der Schanzenhof daran beteiligen."

Betriebsleiterin Ruth Laakmann geht davon aus, dass die Anlage eine Lebensdauer von mehr als 15 Jahren haben wird: "In Marokko ist ein vergleichbares Bewässerungssystem bereits seit über 14 Jahren in Betrieb." Dann würden sich die hohen Investitionskosten für den Bio-Hof rechnen.

Quelle: LVÖ NRW (ots)

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