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Mähtod im Mai - Während für uns die Felder blühen, blüht zigtausenden Jungtieren der Tod

Archivmeldung vom 23.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Kitz im Gras (Symbolbild)
Kitz im Gras (Symbolbild)

Foto: James Lindsey at Ecology of Commanster
Lizenz: CC BY-SA 2.5
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Rehkitze und Junghasen, Brachvögel und Wachtelkönige, Ringelnattern und Laubfrösche - unsere Wiesen dienen unzähligen Wildtieren als Brutstätte und Kinderstube. Doch die Idylle trügt: In wenigen Tagen werden die ersten Wiesen gemäht und damit zigtausende Tiere getötet oder verstümmelt.

Die über Jahrtausende bewährten Überlebensstrategien der Wildtiere - das bewegungslose Ausharren der brütenden Rebhenne oder das regungslose Verharren als Schutzverhalten von Junghase und Rehkitz - wirken sich bei der Mahd verheerend aus. "Das durch die Evolution optimierte Feindvermeidungsverhalten konnte mit den rasanten Entwicklungen der Landbewirtschaftung nicht mithalten", sagt Dr. Andreas Kinser, stellvertretender Leiter Artenschutz der Deutschen Wildtier Stiftung. Während der Tod und die Verstümmelung von Rehkitzen ein dringendes Tierschutzproblem ist, sind die Gelegeverluste bei unseren heimischen Wiesenvögeln ein enormes Artenschutzproblem. "Jedes ausgemähte Gelege beeinflusst das langfristige Überleben ihrer Art", so Kinser.

Doch auch in Covid-19-Zeiten stehen Menschen für Wildtiere ein. Wenn Rehkitz-Retter sich an die strengen Corona-Regeln halten, dürfen sie auch in den kommenden Wochen die Wiesen absuchen, um das Leben von möglichst viel Jungwild zu schützen. Immer häufiger werden dabei Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt. "Bisher wurden vor allem Rehkitze durch den Einsatz von Drohnen vor dem Mähtod gerettet", so Kinser. "Durch die Weiterentwicklung der Kameratechnik erhoffen wir uns bald aber auch ein wirksames Instrument zum Schutz seltener Bodenbrüter." Mittlerweile haben sich zahlreiche Gruppen und Vereine gegründet, die alljährlich Landwirten bei der Rehkitzsuche helfen. Viele dieser Rehkitzretter und Drohnenteams haben sich bereits auf einer interaktiven Karte der Deutschen Wildtier Stiftung angemeldet, um Landwirten und Jägern die Suche nach Helfern zu erleichtern. Ziel dieser Initiative der Deutschen Wildtier Stiftung ist, die Vernetzung zwischen den Akteuren zu fördern. Denn ein "guter Draht" zwischen Landwirten, Jägern und Helfern ist die wichtigste Grundlage, um den Mähtod zu stoppen.

Die interaktive Rehkitzretter-Karte und den kostenlosen Praxisratgeber mit vielen Informationen und Tipps zur Vermeidung des Mähtods vor und während der Mahd sind hier zu finden und zu bestellen: https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/reh-stoppt-den-maehtod

Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung (ots)

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