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Forscher wollen Moos gegen Arsen einsetzen

Archivmeldung vom 19.04.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.04.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Warnstofia fluitans: wirksam gegen Arsen.
Warnstofia fluitans: wirksam gegen Arsen.

Bild: Arifin Sandhi

Forscher der Stockholm University haben im Norden Schwedens eine Moosart entdeckt, die von Arsen verunreinigtes Wasser säubert und es so wieder ohne Bedenken genießbar macht. Innerhalb einer Stunde absorbiert das "Warnstofia fluitans", auch Moorsichelmoos genannt, Bestandteile von bis zu 80 Prozent der Chemikalie und stellt so eine Möglichkeit dar, Bäche und Flüsse von Arsen zu bereinigen und verschmutzte Gewässer wieder in Trinkwasser-Quellen zu verwandeln.

Schmutz für eigenen Stoffwechsel

"Für den Einsatz als Filter für die Atmosphäre hat Moos nach meiner Auffassung einen an der Grenze zum Messbaren kleinen Effekt", erklärt Marcel Langner, Experte vom Umweltbundesamt, gegenüber pressetext. "Hier ist der Vorteil von großen, moosbedeckten Flächen, dass sie elektrostatisch aufgeladen sind und über die Ladung geladene Partikel anziehen und binden können." Manche Partikel kann das Moos dann für den eigenen Stoffwechsel nutzen, wie Langner anfügt.

"Wir hoffen, dass durch unsere Entdeckung Möglichkeiten entstehen, das Arsen-Problem in den Bergbaugebieten Nordschwedens einzudämmen", wie Forschungsleiterin Maria Greger angibt. Gerade in dieser Region sei die Verseuchung von Flüssen und Bächen mit Arsen durch den Bergbau sehr hoch. Auch sonst enthalten Grundgesteine in Schweden von Natur aus einen hohen Anteil Arsens, wie die Wissenschaftlerin sagt. Infolgedessen ist die Belastung auch für bewässerte Nutzpflanzen ein Thema, die letztlich als Nahrung konsumiert werden. In Schweden sind dies allem voran Weizen, Wurzel- und Blattgemüse.

Arsen von der Nahrung fernhalten

"Natürlich kämpft auch das Moos mit Giften und kann an ihnen zu Grunde gehen", weiß Biologe Wolfgang von Brackel vom Büro für vegetationskundlich-ökologische Gutachten & Lichenologie gegenüber pressetext zu berichten. "Da sie kein festes Abschlussgewebe haben, nehmen Moose leichter Schadstoffe auf."

"Unsere Forschungen zeigen, dass das Moos sehr leistungsstark im Kampf gegen den Arsen-Gehalt im Wasser ist", sagt Forschungsassistentin Arifin Sandhi. "Innerhalb einer Stunde sind bei unserem Versuch vier Fünftel des Arsens im Wasser abgebaut worden, sodass es nicht mehr schädlich für den Menschen ist."

"Letztendlich hängt der menschliche Konsum von Arsen davon ab, wie viel wir von damit in Kontakt gekommenen Lebensmitteln essen und wo diese angebaut werden", so Greger. Ziel der Forschung sei es, durch das Verpflanzen des Moorsichelmoos in Gewässern bei Feldern dafür zu sorgen, dass Arsen nicht mehr in die Nahrung gelangen kann.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Rudloff

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