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Schneehöhenmessung mit Satelliten möglich

Archivmeldung vom 25.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Detaillierte Radardaten von Sentinel-1 verraten die Schneehöhe.
Detaillierte Radardaten von Sentinel-1 verraten die Schneehöhe.

Grafik: esa.int

Forscher der Katholischen Universität Löwen nutzen Satellitendaten, um die Schneehöhe zu bestimmen. Das funktioniert in der ganzen nördlichen Hemisphäre und ist besonders wichtig für Regionen, die zu Fuß oder mit Hilfsmitteln nicht oder nur schwer zu erreichen sind. Dazu zählen beispielsweise der Himalaja, aber auch Teilgebiete der Alpen.

Bilder von Sentinel-1 genutzt

Was zunächst nach einer rein wissenschaftlichen Leistung aussieht, hat einen ernsten praktischen Hintergrund. Milliarden Menschen sind auf das Wasser angewiesen, das aus Gletschern strömt und bei Tauwetter im Frühling frei wird. Wenn sich abschätzen lässt, wie viel Wasser an welchem Tag in den Flüssen zu erwarten ist, können sich die Trinkwasseraufbereiter sogar darauf einstellen und beispielsweise schon vorbeugend Sparmaßnahmen treffen. Gleiches gilt für die Betreiber von Wasserkraftwerken und für die Landwirtschaft, die beide auf Schmelzwasser angewiesen sind.

Die Forscher haben die Radarwellenbilder von Sentinel-1 genutzt, einem Satelliten, den die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) betreibt und zur Erdbeobachtung verwendet. Analysiert wurden rund 700 Bergregionen zwischen Winter 2016 und Sommer 2018. "Der Satellit sendet Radarwellen aus", so Forscher Hans Lievens. "Anhand der Reflexion können wir die Schneetiefe abschätzen, denn Eiskristalle verdrehen die reflektierten Signale. Je stärker sie verdreht sind, desto dicker ist die Schneeschicht."

Schneemenge viermal so groß

Die Ergebnisse sind überraschend. Den Messungen zufolge befinden sich im westlichen Küstengebirge Kanadas 380 Kubikkilometer Schnee, das sind 100 Kubikkilometer mehr als mit bisherigen Messungen und Schätzungen ermittelt werden konnten. "Basierend auf den bisherigen Messungen, können wir noch nichts über die Auswirkungen auf den Klimawandel sagen", weiß Lievens.

Messungen über einen längeren Zeitraum könnten jedoch sehr wohl zum Indikator für die Erderwärmung werden. "Wir können das Schneevolumen genau feststellen und wann die Schmelze beginnt", ergänzt Lievens. Derzeit forschen Lievens und seine Kollegin Isis Brangers in den Rocky Mountains. Es sei immer noch nicht ganz klar, wie Schneehöhe und Signalverdrehung genau miteinander korrelieren. Das wollen die beiden nun herausfinden, um Schneehöhen noch genauer zu messen.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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