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Physiologisches Alter definiert Lebenserwartung

Archivmeldung vom 15.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Tennisspieler: Sport erhöht die Lebenserwartung.
Tennisspieler: Sport erhöht die Lebenserwartung.

Bild: pixelio.de, Rainer Sturm

Das physiologische Alter ist laut einer Studie der Cleveland Clinic ein besserer Prädiktor des Überlebens als das chronologische Alter. Für eine höhere Lebenserwartung ist es laut Studienautor Serge Harb daher von entscheidender Bedeutung, mehr Sport zu betreiben. Basierend auf den Ergebnissen von Belastungstests haben die Forscher eine Formel entwickelt, um das physiologische Alter zu berechnen.

126.356 Datensätze analysiert

"A-BEST", so der Name des Belastungstests, beruht auf der körperlichen Belastbarkeit, den Reaktionen des Herzens auf Bewegung und dem Rückgang der Herzfrequenz nach dem Sport. Für die Studie wurden die Daten von 126.356 Patienten ausgewertet, die zwischen 1991 und 2015 an der Cleveland Clinic einen ersten Belastungstest gemacht hatten. Sie wurden für die Berechnung von A-BEST eingesetzt. Geschlecht und die Einnahme von Medikamenten, die die Herzfrequenz beeinflussen, wurden dabei berücksichtigt.

Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 53,5 Jahren. 59 Prozent waren Männer. 55 Prozent der Männer und 57 Prozent der Frauen zwischen 50 und 60 Jahren waren laut A-BEST physiologisch jünger. Nach einem durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 8,7 Jahren waren 9.929 Teilnehmer (acht Prozent) verstorben. Wie erwartet, standen die einzelnen Bereiche von A-BEST mit der Mortalität in Verbindung.

Formel liefert klare Ergebnisse

Patienten, die verstarben, waren zehn Jahre älter als jene, die überlebten. A-BEST erwies sich jedoch als besserer Prädiktor des Überlebens als das chronologische Alter. Das galt auch, als Faktoren wie Geschlecht, Rauchen, BMI, die Einnahme von Statinen, Diabetes, Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen und Nierenerkrankungen im Endstadium berücksichtigt worden waren. Das konnte für die gesamte Kohorte festgestellt werden. Eine getrennte Analyse hat ergeben, dass diese Ergebnisse für Frauen und Männer gleichermaßen Gültigkeit haben.

Laut Harb könnte das physiologische Alter eine gute Motivation für mehr Bewegung sein. Verfügt ein 45-Jähriger über ein physiologisches Alter von 55 Jahren, sollte das ein Weckruf sein, dass Jahre des Lebens damit verloren gehen könnten. Ein 65-Jähriger mit einem A-BEST von 50 wird hingegen wahrscheinlich länger leben als seine Altersgenossen. Die aktuellen Forschungsergebnisse wurden im "European Journal of Preventive Cardiology" veröffentlicht.

Quelle: www.pressetext.com/Moritz Bergmann

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