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Deutsche Händler importieren 40.000 Tonnen Rindfleisch aus Brasilien

Archivmeldung vom 21.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: wrw / pixelio.de
Bild: wrw / pixelio.de

Deutsche Handels- und Restaurant-Ketten kauften in den vergangenen fünf Jahren mehr als 40.000 Tonnen Rindfleisch von brasilianischen Fleischkonzernen ein, die nachweislich an der Abholzung des brasilianischen Regenwaldes beteiligt sind. Das geht aus Zahlen eines internationalen Rechercheprojekts hervor, die "Welt am Sonntag" für Deutschland ausgearbeitet hat.

Die Recherche zeige, dass deutsche Firmen seit 2015 Rindfleisch für rund 230 Millionen Euro bei drei brasilianischen Fleischkonzernen kauften, die an der Brandrodung und Abholzung geschützter Regionen beteiligt waren, berichtet die "Welt am Sonntag". Berechnungen der Recherchekooperation zufolge wurden für die fraglichen Importe nach Deutschland pro Jahr jeweils rund 2,5 Quadratkilometer geschützter Naturgebiete in Weideland umgewandelt. Das entspricht etwa einer Fläche von jährlich 350 Fußballfeldern.

Damit sei Deutschland für 7 bis 8 Prozent der Abholzung durch EU-Importe insgesamt verantwortlich. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte der "Welt am Sonntag" angesichts der Veröffentlichung: "Der Regenwald darf nicht für neue Agrarflächen und Tierfutter brennen." Die Brandrodung der Regenwälder verursache elf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes. Er forderte die Verbraucher auf, durch ihr Einkaufsverhalten zur Vermeidung von Abholzung beizutragen. Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, sieht dagegen ein Versagen der Bundesregierung, die es bisher nicht geschafft habe, "den globalen Dumping-Wettbewerb, den wir auf dem Rücken von Umwelt, Klima und Menschenrechten erleben, zu beenden".

Die Bundesregierung müsse sich dafür einsetzen, dass die EU "verbindliche entwaldungsfreie Lieferketten" beschließe. Auch die Umweltorganisation WWF forderte, es müsse ein Lieferkettengesetz geben - das dafür sorgen würde, dass Importeure aus Deutschland für entstehende Umweltschäden in Herkunftsländern wie Brasilien haftbar gemacht werden könnten. Auch Linken-Chefin Katja Kipping forderte ein solches Gesetz. "Die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen rechtlich davor geschützt werden, unwissentlich Fleisch zu kaufen, das in seiner Produktion die Umwelt zerstört und den Menschen schadet."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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