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Forscher entdecken Archaeen auf der menschlichen Haut

Archivmeldung vom 10.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Mikroskopaufnahmen von Archaeen der Gruppe Thaumarchaeota.Bild: Dr. Christine Moissl-Eichinger  (idw)
Mikroskopaufnahmen von Archaeen der Gruppe Thaumarchaeota.Bild: Dr. Christine Moissl-Eichinger (idw)

Archaeen bilden neben Bakterien und Eukaryoten eine der drei Domänen, in die alle zellulären Lebewesen eingeteilt werden. Bekannt geworden sind sie durch ihre Lebensweise unter extremen Umweltbedingungen; etwa in der Nähe von heißen Quellen am Grunde der Tiefsee. Sie finden sich aber auch in gemäßigten Biotopen oder im menschlichen Darmtrakt. Und nicht nur dort: Forscher der Universität Regensburg haben eine bestimmten Typ von Archaeen nun auch auf der menschlichen Haut nachweisen können. Sie gehören der Gruppe der Thaumarchaeota an, die normalerweise eine wichtige Rolle im Stickstoffkreislauf der Erde spielen. Von einer Wechselwirkung mit dem Menschen war bislang noch nichts bekannt.

Die Geschichte der erstaunlichen Entdeckung von Alexander Probst, Dr. Christine Moissl-Eichinger und Anna Auerbach vom Institut für Biochemie, Genetik und Mikrobiologie beginnt an kuriosen Orten: in Reinräumen. Die Mikrobiologin Moissl-Eichinger hatte in den vergangenen Jahren schon mehrfach Spuren von Archaeen in solchen Reinräumen gefunden, in denen Raumschiffe oder Raumsonden gefertigt werden. Es waren bemerkenswerte Funde, lassen sich doch Verunreinigungen durch Mikroorganismen in Reinräumen zumeist mit menschlicher Aktivität in Verbindung bringen. Die Hypothese, dass die Archaeen also im direkten Kontakt mit Menschen stehen, wurde in der Folge durch weitere Funde in Intensivstationen von Krankenhäusern untermauert.

Auf dieser Grundlage sammelten die Regensburger Forscher Wischproben menschlicher Haut von freiwilligen Probanden und untersuchten diese im Labor. Überraschenderweise entdeckten die Forscher eine Vielzahl von Archaeen auf der Haut aller Versuchspersonen. Bei einigen Probanden machten Archaeen sogar 10 % sämtlicher auf der Haut befindlichen Mikroorganismen aus. Bisher war man dagegen der Ansicht, dass sich Archaeen gar nicht auf der menschlichen Haut finden lassen.

Durch spezielle Färbemethoden gelang es den Wissenschaftlern zudem, die Archaeen unter dem Mikroskop sichtbar zu machen. Sie konnten zusätzlich die Mikroorganismen der Gruppe der sogenannten Thaumarchaeota zuordnen. Diese Archaeengruppe findet sich in vielen terrestrischen und aquatischen Ökosystemen. Thaumarchaeota sind hier aktiv an der Ammonium-Oxidation beteiligt und spielen somit eine wesentliche Rolle im Stickstoffkreislauf der Erde.

„Da diese Archaeen normalerweise in den Stickstoffkreislauf eingebunden sind und die menschliche Haut ständig Ammonium ausscheidet, könnten die Mikroorganismen mit der pH-Regulation der Haut in Verbindung stehen“, so Moissl-Eichinger. Unklar ist aber weiterhin, ob sich eine erhöhte Anzahl von Archaeen positiv oder negativ auf die Gesundheit der menschlichen Haut auswirkt und ob möglicherweise bestimmte Altersgruppen stärker oder weniger stark belastet sind. Diesen Fragen wollen die Wissenschaftler jetzt nachgehen.

Die ersten Ergebnisse der Regensburger Forscher sind bereits in der renommierten Fachzeitschrift „PLoS ONE“ erschienen (DOI: 10.1371/journal.pone.0065388).

Quelle: Universität Regensburg (idw)

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