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Experte der Oberberg Kliniken über die körperdysmorphe Störung: Wenn das eigene Aussehen belastet

Archivmeldung vom 27.12.2023

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.12.2023 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Depression (Symbolbild)
Depression (Symbolbild)

Bild: pixabay.com, StockSnap

Die Nase ist zu groß, das Gesäß zu breit, die Haut zu unrein. Viele Menschen sind mit ihrem Aussehen unzufrieden. Bei einigen geht die Beschäftigung mit ihrem Äußeren so weit, dass ein enormer Leidensdruck entsteht. Dr. med. Nils Bindeballe, Oberberg Fachklinik Potsdam, informiert über die körperdysmorphe Störung - die Wahrnehmungsstörung in Bezug auf den eigenen Körper.

Wenn das Spiegelbild trügt

Erst stört nur ein Merkmal, mit der Zeit fallen den Betroffenen weitere Makel auf oder sie haben den Eindruck, bereits vorhandene verändern sich. Häufig nimmt die körperdysmorphe Störung diesen typischen Verlauf. Dabei geht es bei den wahrgenommenen Schönheitsfehlern meist um Unebenheiten oder Asymmetrien. "Das, was von Betroffenen als Makel definiert wird, fällt außenstehenden Personen gar nicht auf. Sie stufen den Makel meist nicht als hässlich oder abnormal ein. Es handelt sich vielmehr um eine gestörte Wahrnehmung der Betroffenen", weiß der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Menschen mit einer körperdysmorphen Störung entwickeln meist ein wiederholtes und zwanghaftes Verhalten, um ihre Schönheitsfehler zu verstecken, zum Beispiel mit Kleidung oder Accessoires. Häufig begutachten sie sich im Spiegel und untersuchen ihr Äußeres immer wieder, manchmal sogar stundenlang. Eine mögliche Folge kann sozialer Rückzug sein. Aufgrund von Unwohlsein mit dem Körper, Angst oder Scham ziehen sich Betroffene zurück und zeigen sich nicht mehr gern in der Öffentlichkeit. Sie befürchten, von Mitmenschen negativ bewertet zu werden. Auch überaktives Verhalten, wie extremes Sporttreiben oder striktes Diäthalten, kommt vor, ebenso wie Schönheitsoperationen. Das kann negative Folgen haben: Unstimmigkeiten in sozialen Beziehungen oder finanzielle Engpässe durch hohe Kosten für kosmetische Behandlungen sind möglich.

Zudem sind Vergleiche mit anderen Menschen ein zentrales Thema bei Betroffenen, was Unsicherheit und Minderwertigkeitsgefühle auslösen und bis zur depressiven Erkrankung führen kann.

Entwicklung eines positiven Selbstbildes als Therapie

Es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten bei körperdysmorphen Störungen. Die kognitive Verhaltenstherapie, wie sie in den Oberberg Fachkliniken angeboten wird, ist eine wirkungsvolle Therapieform bei dieser Erkrankung. Dabei wird mit kognitiven Umstrukturierungen der negativen Selbstwahrnehmung, Expositionsübungen vor allem im sozialen Umfeld und mit der Thematik des Selbstwerts gearbeitet. Langfristiges Ziel ist es dabei, eine adäquatere Bewertung des eigenen Äußeren, hilfreichere Gedankenstrukturen, weniger schädliche Verhaltensmuster und einen insgesamt freundlicheren Umgang mit sich selbst zu erlernen und zu etablieren.

Quelle: Oberberg Kliniken (ots)

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