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Forscher entschlüsseln Hungergefühl

Archivmeldung vom 10.07.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.07.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Pommes Frites: schwer zu widerstehen. Bild: pixelio.de/Günter Havlena
Pommes Frites: schwer zu widerstehen. Bild: pixelio.de/Günter Havlena

Wissenschaftler in Italien haben die Zusammenhänge zwischen Leptin, Endocannabinoid und Orexin beim Hungergefühl aufgedeckt. Die neu gewonnen Erkenntnisse gehen zurück auf die Arbeit von Mitarbeitern des Istituto di Cibernetica "Edoardo Caianello" und des ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Chimica Biomolecolare. Die Forschungsergebnisse bieten neue Möglichkeiten zur Entwicklung von Schlankmachern.

"Fettleibigkeit ist von einer synaptischen Remodellierung des seitlichen Hypothalamus begleitet, durch die die Orexin-Neuronen selektiv beeinflusst werden", erklärt Projektleiterin Luigia Cristino. Es handle sich um eine direkte Einwirkung auf das Endocannabinoid-System, das die Nervenzellen kontrolliert, die das für die Regulierung von Hunger und Schlaf verantwortliche Orexin-Neuropeptid erzeugen. Fettsucht sei als chronische Krankheit einzustufen, nicht nur weil sie für die Entstehung von Pathologien wie Diabetes und hohem Blutdruck verantwortlich ist, sondern auch, weil das adipose Gewebe eine Reihe pro-inflammatorischer Stoffe freisetzt.

Eines davon ist ein als Leptin bekanntes Hormon, das das Hungergefühl stoppt, indem es mit dem Hypothalamus kommuniziert und diesem mitteilt, dass die aufgenomme Nahrungsmenge zur Stillung des Appetits ausreicht. "Bei den Fettsüchtigen hingegen entwickelt sich eine wahrhaftige Leptin-Resistenz, die eine Art Teufelskreis auslöst und den Betreffenden zur weiteren Nahrungsaufnahme veranlasst", so die italienische Forscherin weiter.

Tests mit Labormäusen

Bei einer Versuchsreihe unter Gegenüberstellung von normalgewichtigen mit stark überfütterten Labormäusen wurde festgestellt, dass der Cannabinoidrezeptor CB1 sich bei beiden Testgruppen hinsichtlich der erregungsübertragenden und der inhibitorischen Synapse-Afferenzen zwar morphologisch gleich verhielt. Funktional betrachtet hingegen war der CB1-Rezeptor bei fettsüchtigen Mäusen deutlich aktiver, da bei ihnen die von den Orexin-Neuronen freisetzten Mengen an Endocannabinoid 2-AG sehr viel höher ausfielen.

Bei Fettleibigen übliche Nebenerscheinungen wie hoher Blutdruck, Herzbeschwerden und Schlaflosigkeit, so die Schlussfolgerung der italienischen Wissenschaftler, können durch eine selektive Blockierung der Orexin-A-Rezeptoren mithilfe des antagonistisch wirkenden Moleküls SB334,867 bekämpft werden. Die multidisziplinäre Untersuchung war in enger Zusammenarbeit mit der Universität Verona durchgeführt worden. Einzelheiten können in der internationalen Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" nachgelesen werden.

Quelle: www.pressetext.com/Harald Jung

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