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Niederlande von Januar bis September 2020 wichtigster Importeur von Geflügelprodukten

Archivmeldung vom 24.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt

Bild: Eigenes Werk /OTT

Mehrere europäische Länder melden derzeit steigende Zahlen von am Vogelgrippe-Virus H5N8 erkrankten Tieren, darunter auch Deutschland und die Niederlande. In dem Nachbarland gilt daher seit Ende Oktober eine Stallpflicht.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stammten von Januar bis September 2020 die größten Importmengen von lebendem Geflügel, Geflügelfleisch sowie frischen Hühnereiern aus den Niederlanden.  So lag der niederländische Anteil am gesamten Import von lebendem Geflügel bei 28,4 % und von Geflügelfleisch bei 30,8 %. Fast Dreiviertel (73,8 %) aller Hühnerei-Importe kamen in den ersten neun Monaten 2020 aus den Niederlanden.

Im vergangenen Jahr wurden 229 263 Tonnen Geflügelfleisch im Wert von mehr als 415 Millionen Euro aus dem Nachbarland eingeführt. Deutschlands zweitwichtigster Importhandelspartner für Geflügelfleisch im Jahr 2019 war Polen (185 476 Tonnen Geflügelfleisch im Wert von mehr als 488 Millionen Euro). Insgesamt importierte Deutschland im vergangenen Jahr 720 590 Tonnen Geflügelfleisch im Wert von mehr als 1,6 Milliarden Euro. Weitere wichtige Handelspartner waren Frankreich, Österreich und Belgien.

Mittlerweile melden auch landwirtschaftliche Betriebe hierzulande immer mehr Fälle der Geflügelpest, die auch Vogelgrippe oder "aviäre Influenza" genannt wird. Das könnte sich auch auf die deutschen Exporte auswirken. Denn der von Wildvögeln verbreitete Virus gefährdet die Nutztierbestände an Enten, Gänsen, Hühnern und Puten der betroffenen Länder. Die Menge an exportiertem Geflügelfleisch lag 2019 unter den Importen: 474 898 Tonnen Geflügelfleisch im Wert von 909 Millionen Euro wurden ausgeführt. Die meisten Geflügelfleisch-Exporte aus Deutschland gingen im vergangenen Jahr in die Niederlande, nach Frankreich sowie Dänemark und Österreich.

703 Millionen Hühner, Puten, Enten und Gänse wurden 2019 geschlachtet

Infektionen des Menschen mit den Vogelgrippe-Viren H5N8 oder H5N5 wurden laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, bislang nicht nachgewiesen. Für den Menschen gilt die Geflügelpest deshalb als ungefährlich. Zur Bekämpfung der Tierseuche gelten EU-weite und nationale Vorschriften. Infizierte Tiere werden "gekeult", was bedeutet, dass eine Schlachtung zum Verzehr nicht gestattet ist. Für den menschlichen Verzehr wurden In Deutschland 2019 insgesamt 703 Millionen Stück Geflügel geschlachtet und knapp 1,6 Millionen Tonnen Geflügelfleisch erzeugt. Überwiegend handelte es sich um Hühner, die zur Mast bestimmt waren (88 % der geschlachteten Tiere insgesamt).

Das meiste Geflügel wird in Niedersachsen, NRW, Sachsen-Anhalt und Bayern gehalten

Auch Geflügelhaltern in einigen Regionen Deutschlands - seien es Hobbyhalter, Klein- oder Großbetriebe - wurde bereits von den Veterinärämtern eine Stallpflicht für ihre Tiere verordnet. Zuletzt wurden am 3. März 2016 die geflügelhaltenden landwirtschaftlichen Betriebe und deren Geflügelbestände erhoben. Die Daten liefern einen Überblick über die regionale Struktur der Geflügelhaltung. Zum Stichtag 3. März 2016 gab es 49 000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, die Geflügel hielten.

Diese Betriebe hielten mehr als 173 Millionen Tiere. Dabei ist zu beachten, dass die Produktionszyklen bei der Geflügelmast sehr kurz sind. Die für ein ganzes Jahr erhobenen Schlachtzahlen sind daher deutlich höher als die zu einem Stichtag gemessenen Bestände. Dabei ist die regionale Verteilung der Geflügelhaltung sehr unterschiedlich: Das mit Abstand meiste Geflügel wurde am Stichtag in Niedersachsen gehalten (mehr als 92 Millionen Tiere), darauf folgten Nordrhein-Westfalen (13,5 Millionen Tiere), Sachsen-Anhalt (fast 13 Millionen) und Bayern mit 12,3 Millionen Tieren. Von allen 49 000 Betrieben in Deutschland, die 2016 Geflügel hielten, waren mehr als ein Fünftel ausschließlich auf Geflügelhaltung spezialisiert.

Geflügelbestand steigt weltweit an

Die Haltung von Nutztieren wird seit Jahren weltweit stark ausgeweitet. Das trifft auch auf das Geflügel zu: So wurden laut FAO 2018 weltweit 25,7 Milliarden Tiere gehalten, 4,7 Milliarden mehr als 2008. Auch der Geflügelbestand in den Ländern der Europäischen Union (EU) hat zugenommen: in den vergangenen zehn Jahren um 11 %. Im Jahr 2018 wurden in den EU-Staaten 1,6 Milliarden Tiere gehalten. Geflügelfleisch ist bei Konsumentinnen und Konsumenten beliebt, auch in Deutschland: Der Konsum von Geflügelfleisch hierzulande lag 2018 Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zufolge bei 22,2 Kilogramm pro Kopf im Jahr.

Geflügelpest-Epidemie 2017: Besonders Preise für lebendes Geflügel sanken

Ob sich die Tierseuche auch auf die Geflügelfleischpreise für Verbraucherinnen und Verbraucher auswirken wird, ist von deren Ausbreitung und der Zahl der zu keulenden Tiere abhängig. Ein Blick auf den letzten großen, europaweiten Ausbruch der Geflügelpest von November 2016 bis Mitte Mai 2017 zeigt, dass in diesen Monaten die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise für lebendes Geflügel stark eingebrochen waren. Der Tiefpunkt dieser Entwicklung wurde im Februar 2017 erreicht, als die Preise gegenüber 2015 um 11,8 % zurückgegangen waren. Diese großen Preisrückgänge zeigten sich nicht im gleichen Maß auf der Ebene der Verbraucher, so blieben die Verbraucherpreise für Geflügelfleisch im gleichen Zeitraum nahezu konstant (+1,0 % gegenüber 2015).

Nach dem Ende der Geflügelpest 2017 beschleunigte sich der Preisanstieg bis ins Jahr 2020. So lagen die Verbraucherpreise für Geflügelfleisch im Jahr 2019 um 2,7??% über dem Vorjahr. Mitte 2020 kam es im Zuge der zeitweiligen Senkung der Mehrwertsteuer zu sinkenden Geflügelfleischpreisen. Von Juni bis Juli 2020 sanken die Verbraucherpreise um 2,1 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)

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