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Fairtrade-Kakao legt trotz Pandemie zu: 12 Prozent Absatzwachstum 2020

Archivmeldung vom 28.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Eine Kakaoschote wird aufgebrochen. Bild: "obs/TransFair e.V./© Christoph Köstlin"
Eine Kakaoschote wird aufgebrochen. Bild: "obs/TransFair e.V./© Christoph Köstlin"

Schokolade ist Trostbringer in Corona-Zeiten. Das gilt auch für Fairtrade: Nach ersten Hochrechnungen stiegen 2020 die Absätze von fairem Kakao um 12 Prozent auf rund 89.000 Tonnen. Damit sind gut 18 Prozent des in Deutschland eingesetzten Kakaos Fairtrade-zertifiziert.

Keinen Trost sehen dagegen die Kakao-Anbauländer, wo die Pandemie vorhandene Krisen verstärkt: Mobilitätseinschränkungen und steigende Kosten für Lebensmittel und Treibstoff vergrößern die Armut. Dies und Schulschließungen verschärfen das Risiko ausbeuterischer Kinderarbeit in den westafrikanischen Kakao-Anbaugebieten.

Fairtrade-Hilfsfonds unterstützt Kakao-Kleinbauernorganisationen

Um den Fairtrade-Produzentenorganisationen schnelle Hilfe zu leisten setzte Fairtrade einen Fonds auf, gefördert von verschiedenen Institutionen, darunter die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). In der Elfenbeinküste, dem Hauptanbauland von Kakao, haben bislang 157 Kakaokooperativen Notfallgelder in Höhe von insgesamt 344.000 Euro erhalten. Damit leiste Fairtrade entscheidende Unterstützung in schwierigen Zeiten, betonte Anne-Marie Yao, Kakaospezialistin des Produzentennetzwerks Fairtrade Africa. "Durch ihre genossenschaftliche Struktur können die Bauern schneller auf Probleme reagieren. Fairtrade erleichtert es ihnen also, Ressourcen zu mobilisieren, um sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen." Ein weiteres wichtiges Instrument ist die Fairtrade-Prämie, ein finanzieller Aufschlag für die Verkäufe unter Fairtrade-Bedingungen. Durch Absätze 2020 auf den deutschen Markt erhalten Kakaokooperativen rund 17 Mio. Euro Prämie.

Sorge um steigende Kinderarbeit - Branchenweite Verantwortung ist gefragt

International wächst die Sorge, dass ausbeuterische Kinderarbeit im Kakaosektor angesichts der Pandemie weiter zunimmt. Covid-19 und seine Folgen - geschlossene Schulen, weniger Arbeitskräfte, höhere Lebenshaltungskosten - vergrößern die Probleme im Kakaoanbau, der von Armut, Umweltzerstörung und Klimawandel geprägt ist. "Wir brauchen eine geteilte Verantwortung aller entlang der Lieferektte: das heißt ein Lieferkettengesetz mit Haftung", fordert Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von Fairtrade Deutschland. "Außerdem heißt das: Wenn wir über die Abschaffung von Kinderarbeit reden, müssen wir auch über Preise reden. Präventions- und Schutzmaßnahmen kosten Geld, das können die Bauern nicht schultern. Fairtrade zeigt mit engagierten Partnern, dass es anders geht, jetzt muss die ganze Branche folgen."

Süße Fakten:

  • Haushaltszucker wird immer öfter fair gehandelt: 2020 wurden rund 11.250 Tonnen Haushaltszucker mit Fairtrade-Siegel verkauft. 33 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Fairtrade-Honig-Absätze verzeichnen einen leichten Rückgang um 2 Prozent auf 1.400 Tonnen.
  • Neue Partner: Der Bio-Knuspermüslihersteller Barnhouse setzt zukünftig Fairtrade-zertifizierten Bio-Kakao für alle seine Müslis ein.

Quelle: TransFair e.V. (ots)


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