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Günter Grass hält nichts von sozialen Netzwerken

Archivmeldung vom 04.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Günter Grass, 2004
Günter Grass, 2004

Foto: Florian K
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hält nichts von Facebook und anderen sozialen Netzwerken im Internet. Er wundere sich darüber, dass sich nach den Erkenntnissen aus der NSA-Affäre nicht Millionen Menschen von sozialen Netzwerken distanzierten, sagte der 85-Jährige in einem Interview mit "Louisiana Channel" und "Cicero Online".

"Die Vorstellung, dauernd erreichbar zu sein, und wie ich mittlerweile weiß, dauernd überwacht zu werden, ist eine grauenhafte Vorstellung", sagte Grass. Deshalb verzichte er auf ein Handy und habe in seiner Werkstatt auch keinen Computer. Wenn er mit seinen Kindern oder Enkelkindern über Facebook spreche, versuche er, ihnen seine Meinung zu erklären. Die direkte Begegnung, auch mit einem Buch, könne durch Virtuelles nicht ersetzt werden. "Wenn jemand 500 Freunde hat, dann hat er keinen." Literatur lasse sich als Arbeitsvorgang nicht beschleunigen. "Wer es macht, macht es auf Kosten der Qualität", sagt Günter Grass. Seine Manuskripte schreibe er noch per Hand. "Hinterher tippe ich sie in meine alte Olivetti-Reiseschreibmaschine", ergänzte der Schriftsteller.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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