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Faszinierender Fund nahe Pompeji: Sklave zum Kultpriester aufgestiegen

Archivmeldung vom 18.08.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.08.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Pompeji, Italien
Pompeji, Italien

Bild: © CC0 / Duotone / Pixabay

Archäologen der gemeinsamen Initiative der Europäischen Universität von Valencia und des Archäologischen Parks von Pompeji haben in der Nekropole von Porta Sarno teilweise mumifizierte Überreste eines ehemaligen Sklaven gefunden, der zu einem kaiserlichen Kultpriester aufgestiegen war, erklärte der Archäologische Park am Dienstag.

Weiter ist auf der deutschen Webseite des russischen online Magazins "SNA News " zu lesen: "Die gefundenen Überreste gehören zu Marcus Venerius Secundio und enthalten noch sein Haar und ein teilweise sichtbares Ohr. Sie gelten daher als die am besten erhaltenen menschlichen Überreste, die bisher in Pompeji ausgegraben worden sind. Nach den vorläufigen Testergebnissen starb der ehemalige Sklave im Alter von etwa 60 Jahren.

Diese Entdeckung ist nach Ansicht der Archäologen ziemlich selten, da verstorbene Erwachsene in der Römerzeit üblicherweise eingeäschert wurden. Nur Kinder wurden begraben. Im gefundenen Grab befanden sich noch zwei Urnen, auf einer davon stand der Frauenname Novia Amabilis, die wahrscheinlich Secundios Ehefrau war. Außerdem wurden im Grab einige Stoffreste und Bestattungsutensilien, darunter zwei Salbengläser, gefunden.

Die Forscher sagen, sie müssten noch feststellen, ob die Überreste des Priesters aufgrund des besonderen Klimas in der versiegelten Grabstätte oder aufgrund absichtlicher Handlungen vor der Beerdigung so gut erhalten waren. Die Grabstruktur stammt aus den letzten Jahrzehnten der Existenz der Stadt und besteht aus Mauerwerk. An der Fassade sind einige Farbspuren erhalten, es sind grüne Pflanzen auf blauem Grund zu sehen.

„Pompeji überrascht immer wieder (...) als ein internationales Vorbild und als ein Ort, an dem dank vieler Fachleute auf dem Gebiet Kulturerbe wieder geforscht wird und neue Ausgrabungen stattfinden”, erklärte der italienische Kulturminister Dario Franceschini in einem Statement. Ihm zufolge hören Forscher mit ihrer Arbeit nie auf, außergewöhnliche Ergebnisse für die Welt zu erzielen, die für Italien eine Quelle des Stolzes sind.

Laut dem Archäologischen Park war Secundio ein Sklave und Hüter des Venustempels. Nachdem er aus der Sklaverei entlassen worden war, wurde er Mitglied der Augustales*. Somit erreichte er einen hohen sozialen und wirtschaftlichen Status.

Außerdem erwähnt die Inschrift auf der Marmorplatte Theateraufführungen in griechischer Sprache.

„Es ist der erste eindeutige Nachweis von Aufführungen in Pompeji in griechischer Sprache, die zuvor anhand indirekter Zeichen vermutet worden waren“, so der Direktor des Archäologischen Parks, Gabriel Zuchtriegel. Die Tatsache, dass Aufführungen in griechischer Sprache organisiert wurden, sei ein Beweis für das lebendige und offene kulturelle Klima.

Pompeji war eine antike Stadt in der Nähe von Neapel, die beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. verschüttet worden war. Mit der Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert begann die zweite Geschichte der Stadt, in deren Verlauf Pompeji zu einem zentralen Objekt der Archäologie und der Erforschung der antiken Welt wurde."

*Augustales waren Priesterkollegien im römischen Reich, die zur kultischen Verehrung der römischen Kaiser geschaffen wurden.

Quelle: SNA News (Deutschland)

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