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Die Automatisierungstechnik im Wandel der Zeit

Archivmeldung vom 25.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: © istock.com/Panama7
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Heute ist die Automatisierung- und Steuerungstechnik aus unserem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Das Steuergerät in einem Kraftfahrzeug regelt beispielsweise die Benzinzufuhr und ohne Steuergerät wüssten moderne Waschmaschinen nicht, wann wie viel Wasser in die Trommel muss. Doch die Geschichte der Automatisierungstechnik ist lang und geht bis in das antike Griechenland zurück.

Die Griechen verehrten die αυτοματια, was so viel bedeutet wie „das von selbst Kommende". Bereits 20 bis 62 nach Christi Geburt beschrieb der griechische Erfinder Heron von Alexandria in seinem Buch der Maschinen „Automata“ eine Türsteuerung. Diese öffnete durch Entzünden eines Feuers eine Tempeltür. Er zeichnete sich auch verantwortlich für die Erfindung eines Weihwasserautomaten, der nach Münzeinwurf geweihtes Wasser ausgab. Doch alle diese Ideen sind inzwischen in Vergessenheit geraten und wurden nicht weiter entwickelt.

1745 erfand ein englischer Schmied namens Edmund Lee eine der ersten automatischen Einrichtungen, wodurch sich Windmühlen selbstständig in die richtige Richtung in den Wind drehten. Doch Aufzeichnungen aus dem Altertum ergaben, dass damals schon durch Windkraft betriebene Maschinen Arbeit übernahmen, die bis dato von Tier oder Mensch ausgeführt wurden. Im Mittelalter hatte man Windmühlen so konzipiert, dass sie durch Muskelkraft in die Windrichtung geschoben werden konnten, sodass sie nicht aufhörten zu arbeiten. Doch nach Lee´s Erfindung eines zusätzlichen Windrades mit Getriebe, konnte die Maschine selbstständig und automatisch auf Windänderungen reagieren.

Steuerung der ersten Webmaschinen Mitte des 18. Jahrhunderts

Spieldosen wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts mit Stiftwalzen gesteuert und Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgte die Steuerung von Webmaschinen mithilfe hölzerner Lochkarten. Mit Fortschreiten der Entwicklung neuer Arbeitstechniken, wie beispielsweise der Dampfmaschine, wurde das Zeitalter der Industrialisierung eingeläutet. Immer mehr wurde tierische und menschliche Kraft durch Maschinen ersetzt und die Industrialisierung hielt Einzug.

Im Jahr 1811 kam es in England zu Massenaufständen und Unruhen, die sich gegen die Maschinen richteten, die den Webern die Arbeit wegnahmen. In der Schweiz gab es ähnliche Aufstände. Im 19. Jahrhundert erfolgt die Entdeckung der Elektrizität – diese wurde nun auch zum Steuern, Regeln und Messen eingesetzt. Zudem konnte Energie jetzt auch über weite Strecken tranportiert werden.

Die Entwicklungen von Transistoren und weitere Neuerungen in der Elektronik führten zur Verkleinerung der Schaltungen und gleichzeitig mit den Abmessungen sank auch der Aufwand. Integrierte Schaltkreise sorgten schließlich dafür, dass ohne großen Aufwand Geräte mit Logik ausgestattet werden konnten. Mit Einführung der Computertechnologie bahnte sich ein neues technisches Zeitalter an und führte zu einem hohen Automatisierungsgrad in der Produktion – Industrieroboter, voll automatisierte Produktionsstraßen oder auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Die Automatisierung- und Steuerungstechnik im Zeitraffer

  • 1835 – Joseph Henry erfindet das Relais
  • 1941 – Konrad Zuse baut ersten Computer
  • 1947 – Erfindung Des Transistors
  • 1954 – Produktion der ersten numerischen Steuerung mit Röhren
  • 1958 – Markteinführung der ersten elektronischen Steuerung SIMATIC
  • 1960 - pneumatische Steuerungen lösen Relais-Steuerungen ab
  • 1970 - speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) verdrängen pneumatische und Relais-Steuerungen
  • 2000 – Verwendung von programmierbaren Steuerungen für Sicherheitsfunktionen

Automatisierungs- und Steuerungstechnik heute

Heute werden fast alle Güter in den Industrieländern in Fabriken von Maschinen produziert. Die Rolle des Menschen verschiebt sich mehr und mehr auf Administration, Kontrolle, Planung, Wartung und Dienstleistungsangebote.

Monotone, aber auch gefährliche Arbeiten oder Arbeiten, die eine hohe Präzession erfordern, können mithilfe der Automatisierungs- und Steuerungstechnik nun von Maschinen ausgeführt werden. In den 80er Jahren galt Automatisierung noch als Arbeitsplatzvernichter. Doch ohne Automatisierung wäre genau das Gegenteil passiert. Zwar gibt es in Deutschland eine Flucht von Produktionen in andere Länder, doch trotzdem sorgt zum Beispiel die sichere Steuerungstechnik von Pilz dafür, dass ein hoher Anteil der industriellen Fertigung in Deutschland gehalten werden konnte – so zum Beispiel die deutsche Automobilproduktion.

In Deutschland sind sowohl Hersteller wie auch Anwender von Automatisierungs- und Steuertechnik beheimatet. Immer neue Bereiche des täglichen Lebens werden automatisiert und man muss kein Fachmann sein, um zu erkennen, dass der Automatisierungsbranche noch eine erfolgreiche Zukunft bevorsteht.

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Bild: © istock.com/pixelprof
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