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Fingerfertigkeit des Menschen 600.000 Jahre früher

Archivmeldung vom 18.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Knochenfund: Evolution der Fingerfertigkeit neu datiert. Bild: missouri.edu
Knochenfund: Evolution der Fingerfertigkeit neu datiert. Bild: missouri.edu

Die Entdeckung eines Knochens in Kenia verschiebt die Datierung des Ursprungs der Fingerfertigkeit des Menschen um eine halbe Mio. Jahre nach vorn. Der Mittelhandknochen entspricht laut Experten der University of Missouri dem des modernen Menschen. Damit ist dem Team um Carol Ward der früheste Beweis dafür gelungen, wann der Mensch einen Griff entwickelte, der stark genug war, um Werkzeuge zu benutzen. Affen fehlen diese anatomischen Voraussetzungen.

Der 1,42 Mio. Jahre alte Mittelhandknochen eines frühen Menschen weist einen Griffelfortsatz auf, ein für den Menschen charakteristisches morphologisches Merkmal, das mit einer verbesserten Funktion der Hand in Zusammenhang steht. Dieser Fund liefert den Beweis, dass sich die moderne menschliche Hand mehr als 600.000 Jahre früher entwickelt hat als bisher angenommen.

Wahrscheinlich ist es die Zeit des Homo erectus sensu lato. Der Griffelfortsatz unterstützt den Handknochen bei der Verbindung mit den Handwurzelknochen. Damit kann von den greifenden Fingern mehr Druck auf das Gelenk und die Hand ausgeübt werden. Ward schreibt in PNAS, dass das Fehlen des Griffelfortsatzes für Affen und frühe Menschen eine Herausforderung war, um Werkzeuge herzustellen und zu benutzen.

Entscheidend für Überleben

Den Experten zufolge könnte das Fehlen des Griffelfortsatzes auch die Wahrscheinlichkeit einer früheren Arthritiserkrankung erhöht haben. Laut Ward ermöglicht der Griffelfortsatz eine erhöhte Fingerfertigkeit, die den frühen Menschen kraftvolle und gleichzeitig präzise Möglichkeiten beim Umgang mit Objekten ermöglicht hat. "Ihre Vorgänger konnten das nicht so gut, weil ihnen eben der Griffelfortsatz und die damit verbundene Anatomie fehlten."

"Mit dieser Entdeckung schließen wir eine Lücke in der Evolutionsgeschichte der menschlichen Hand. Es kann sein, dass es sich nicht um das erste Auftauchen der modernen menschlichen Hand handelt. Wir glauben, dass sie nahe am Ursprung ist. Diese Anatomie konnte bisher bei menschlichen Fossilien, die älter als 1,8 Mio. Jahre sind, nicht nachgewiesen werden", verdeutlicht Ward.

Die fingerfertigen Hände des Menschen haben ihn beim Großteil der Evolution begleitet. So ist die Fingerfertigkeit fast 1,5 Mio. Jahre lang entscheidend für das Überleben der Art gewesen. Der Knochen wurde in Kaitio in West Turkana gefunden und damit ganz nahe an der Region, in der die ersten Werkzeuge der Acheuléen gefunden wurden. Diese sind aus Stein geformt. Ein Teil der Faustkeile ist mehr als 1,6 Mio. Jahre alt.

Quelle: www.pressetext.com/Michaela Monschein

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