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Putin über Versailler Vertrag und Gemeinsamkeit von globalen Entscheidungen

Archivmeldung vom 18.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Die Unterzeichnungszeremonie in Versailles und die ersten zwei Seiten der Unterschriften und Siegel unter dem Vertrag
Die Unterzeichnungszeremonie in Versailles und die ersten zwei Seiten der Unterschriften und Siegel unter dem Vertrag

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Viele europäische internationale Kommentatoren und Politiker sind der Auffassung, dass Russlands Präsident Wladimir Putin bei den Debatten im Diskussionsklub Waldai seine wichtigsten Ansichten über die Geschichte Russlands und die Kontinuität der Generationen geäußert hat.

Im Laufe der Debatten wies Wladimir Putin eindeutig darauf hin, dass einige Politiker die wahren Konsequenzen des Versailler Vertrags vergessen, der nach dem Ersten Weltkrieg unterzeichnet wurde.

„Unsere heutige Haltung hat tiefe historische Wurzeln. Russland entwickelte sich auf Grundlage von Vielfalt, Harmonie und Gleichgewicht, und es brachte ein solches Gleichgewicht auch in die restliche Welt. Ich möchte daran erinnern, dass der Wiener Kongress von 1815 und die Vereinbarungen von Jalta, die 1945 bei einer sehr aktiven Rolle Russlands getroffen wurden, haben einen langen Frieden gesichert. Die Kraft Russlands, die Kraft des Siegers zu diesen Zeitwenden, äußerte sich in Großherzigkeit und Gerechtigkeit. Denken wir mal an den Versailler Vertrag, der ohne Russlands Teilnahme unterzeichnet wurde. Ich bin mit manchen Experten darüber einig, dass gerade im Versailler Vertrag die Wurzeln des Zweiten Weltkrieges steckten. Der Versailler Vertrag stellte nämlich harte Bedingungen an das deutsche Volk, und diese Bedingungen konnten auf eine normale Weise nicht erfüllt werden, das war ganz klar.“

Russlands Präsident ist überzeugt, dass die Menschen ihre Würde unvermeidlich verlieren, falls sie sich nicht von den religiösen und mehrere Tausend Jahre alten moralischen Werten leiten lassen. Es stellt sich so heraus, dass ein starker Druck auf ein Volk bzw. eine Völkergruppe eine unberechenbare und unter Umständen schreckliche Reaktion auslösen kann, wie es mit dem Versailler Vertrag der Fall war. Im Grunde genommen schlug Russlands Präsident ein tieferes Verständnis für die russische Geschichte vor. Denn jede Handlung löst eine gewisse Reaktion aus. Es ist also kein Wunder, dass ein Volk, das sich unter schweren finanzwirtschaftlichen oder politischen Bedingungen befindet, später eine heftige Reaktion aufweist. Somit plädiert Wladimir Putin für eine friedliche Steuerung der politischen Situation. Er sagte Folgendes:

„Russland ist zusammen mit jenen, die glauben, dass Schlüsselentscheidungen auf gemeinsamer Grundlage, nicht im Interesse einzelner Staaten, getroffen werden müssen. Es muss das Völkerrecht, nicht das Recht des Starken gelten. Jedes Land und jedes Volk ist zwar einzigartig, aber nicht außerordentlich. Es müssen gleiche Rechte für alle Völker gelten, unter anderem das Recht auf seine eigene Entwicklung.“

Es handelt sich faktisch um das Gemeinsamkeitsprinzip. Die Idee wurde ursprünglich vom Kanzler des russischen Kaiserreichs, Gortschakow, bereits im 19. Jahrhundert in Worte gefasst."

Quelle: A. Montigelli, A. Gromowa - „Stimme Russlands"

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