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Bekommen Würzburger Opfer keine Entschädigung? Messen mit zweierlei Maß

Archivmeldung vom 06.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Symbolbild
Symbolbild

Foto: Silar
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

„Allahu Akbar“ – mit diesen Worten hat der Attentäter von Würzburg auf seine Opfer eingestochen – Frauen und Mädchen. Auf dem Weg ins Krankenhaus sprach er vom „Heiligen Krieg“, dem „Dschihad“. Und jetzt das: „Kein islamistisches Motiv, keine Entschädigung – Opferbeauftragter dämpft Hoffnung“, titelt die Zeitung „Welt“(1). Weiter heißt es da: „Nur wenn die Ermittler eine extremistische Motivation feststellen, kann Geld fließen. Doch bisher deuten die Ermittlungen in eine andere Richtung.“ Dies berichtet der Investigative Journalist Boris Reitschuster auf "Reitschuster.de".

Weiter berichtet Reitschuster: "Härteleistungen als Entschädigung stünden demnach Betroffenen nur zu, „wenn Ermittlungsbehörden ein terroristisches oder extremistisches Motiv für die Tat zweifelsfrei feststellen“, so das Blatt unter Berufung auf den Opferbeauftragten der Bundesregierung, Edgar Franke. Seit 2018 zahlt die Bundesregierung Hinterbliebenen von Terrorakten und extremistischen Angriffen 30.000 Euro, wenn sie einen nahen Angehörigen verlieren. Auch Menschen, die bei solchen Taten verletzt wurden, haben Anspruch auf Härteleistungen.

Bei dem Somalier aber sei zweifelhaft, dass er Verbindungen zu islamistischen Terrororganisationen gehabt habe, so der Opferbeauftragte. „Der aktuelle Ermittlungsstand weist vielmehr darauf hin, dass er schwer psychisch krank ist“, schreibt die Welt.

Genau dafür gibt es jedoch auch bei dem Attentäter von Hanau Hinweise. Und man könnte auch fragen, ob Menschen, die psychisch nicht krank sind, überhaupt zu Attentätern werden können, mit dem Ziel, andere Menschen blindlings zu töten.

Die Bundesregierung und ihre Behörden lassen keine Gelegenheit aus, um im Falle des Amokläufers von Hanau dessen angeblich rassistisches Motiv in den Vordergrund zu stellen: Dass er seine eigene Mutter auch umbrachte, was weniger für Rassismus als für eine psychische Krankheit als treibende Kraft spricht, wird dabei gerne übersehen.

Im Falle von Hanau hat ausgerechnet das Bundeskriminalamt (BKA) das Dogma von der rassistischen, rechtsextremen Tat in einem Bericht gestürzt. „BKA stuft Anschlag in Hanau nicht als Tat eines Rechtsextremisten ein“, titelte Focus Online. Tobias R. habe seine Opfer ausgewählt, um größtmögliche Aufmerksamkeit für seinen Verschwörungsmythos von der Überwachung durch einen Geheimdienst zu erlangen. Eine typisch rechtsextreme Radikalisierung habe er nicht durchlaufen, so die Schlussfolgerung des BKA laut WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung. Die drei Medien berufen sich dabei auf BKA-Ermittler (weitere Details sind hier nachzulesen).

Die Leitung des Amtes machte später einen Rückzieher und bestritt diese Erkenntnisse. Aber das wirkt wie eine taktische Entscheidung. Die Opfer von Hanau bekamen jedenfalls Geld. Die Opfer von Würzburg drohen nun leer auszugehen. Für Menschen mit intaktem Gerechtigkeitssinn ist das eigentlich unerträglich. Genauso wie das Messen mit zweierlei Maß in den Medien.

Der frühere dpa-Journalist Laszlo Trankovits spricht von einer „beschämenden Hierarchie der Opfer in den Medien“. „Die öffentliche Berichterstattung ist seit Jahren bei vielen Themen von gefährlicher Einäugigkeit und eklatanter Parteilichkeit geprägt. Geht es um Terror, Gewalt und Gefahren von Rechts wird extensiv berichtet. Sind Migranten oder Islam involviert, üben sich viele Medien in Minimalismus“, schreibt er in einem Beitrag auf TE.

Das Fazit des altgestandenen Journalisten: „Manche Opfer von Terror und Gewalt werden Ikonen des Kampfes gegen Rassenhass und Unmenschlichkeit. Andere Terroropfer verschwinden gesichts- und namenlos in der Statistik. Der Hintergrund dieser unanständigen Hierarchie der Opfer ist zutiefst politisch. Maßgeblich mitverantwortlich sind viele unserer Medien … Für die gravierende Missachtung journalistischer Standards werden sich viele Journalisten einmal genauso rechtfertigen müssen, wie es die staatstreuen DDR-Journalisten nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems tun mussten. Allerdings kann das noch lange dauern.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen."

Quelle: Reitschuster


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