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Neue Studie belegt: Attraktivität von Glücksspielen wird oft überschätzt

Archivmeldung vom 11.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Titelmotiv "Freizeit- und Glücksspielverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener" (Stöver/Kaul/Kauffmann), erschienen im Lambertus Verlag.Bild:: "obs/smartcon gmbH/Lambertus Verlag"
Titelmotiv "Freizeit- und Glücksspielverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener" (Stöver/Kaul/Kauffmann), erschienen im Lambertus Verlag.Bild:: "obs/smartcon gmbH/Lambertus Verlag"

Die Ergebnisse der aktuellen Studie "Freizeit- und Glücksspielverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener" von Prof. Dr. Heino Stöver, Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Dr. Oliver Kaul, Hochschule Mainz, und Roger Kauffmann relativieren die Suchtgefahren durch Geldgewinnspielgeräte und andere Glücksspiele: 60 % der Jugendlichen (von 14 bis 18 Jahren) und 34 % der jungen Erwachsenen (über 18 bis 30 Jahre) haben in den letzten 12 Monaten überhaupt keine Glücksspiele um Geld gespielt.

- Mangelnde Alterskontrollen lassen Minderjährige zu Glücksspielen im Internet und in der Gastronomie ausweichen - Zugang zu Geldgewinnspielgeräten in gewerblichen Spielhallen wird von den minderjährigen Befragten als schwieriger eingeschätzt - Problematische Spieler schätzen Gewinnwahrscheinlichkeiten falsch ein und sind mit ihrer Lebenssituation unzufriedener

Internetnutzung, Shoppen, Fernsehen, Chillen und Ausgehen führen die Hitliste der Freizeitaktivitäten an. Glücksspiele werden ausprobiert, aber von der Mehrheit nicht dauerhaft gespielt. Der Anteil der problematischen oder pathologischen Spieler liegt laut den Ergebnissen der Studie bei 2,3 %. Die mindestens problematischen Spieler zeigen ein multiples Störungsbild: Sie spielen oft mehrere Spielformen parallel, da für sie alle Glücksspiele generell attraktiv sind. Sie unterliegen kognitiven Verzerrungen und sind mit ihrer Lebenssituation weit unzufriedener als Nicht-Spieler oder unproblematische Spieler. Minderjährige spielen Glücksspiele um Geld in erster Linie im Internet und in der Gastronomie. Die Wissenschaftler konnten für ihre Analyse auf eine breite Datenbasis von 6.784 bundesweit geführten Online-Interviews zurückgreifen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: 41 % der Jugendlichen und jungen Erwachsenen spielen überhaupt keine Glücksspiele. 66 % derjenigen, die schon einmal an einem Geldgewinnspielgerät gespielt haben, taten dies in den letzten 12 Monaten vor dem Befragungszeitpunkt nicht mehr. Mindestens problematische Spieler zeigen ein multiples Störungsbild: Sie spielen oft mehrere Spielformen parallel, da für sie alle Glücksspiele generell attraktiv sind, und schätzen Zufallsmechanismen falsch ein: Zum Beispiel erwarten 77 % der mindestens problematischen Spieler einen größeren Gewinn, wenn sie länger nicht gewonnen haben. Zudem sind sie mit ihrer Lebenssituation weit unzufriedener als Nicht-Spieler oder unproblematische Spieler.

In Bezug auf die Zugangsmöglichkeiten zu Glücksspielangeboten erfolgt der erste Kontakt zu Glücksspielen vorwiegend über Rubbel- oder Aufreißlose (31 %) und Lotto (18 %). Geldgewinnspielgeräte werden von 5 % als erstes Glücksspiel genannt. Minderjährige spielen Glücksspiele um Geld in erster Linie im Internet und in der Gastronomie. Hauptgrund für die Wahl dieser Spielorte ist hierbei die teilweise fehlende oder nur unzureichende Kontrolle. In gewerblichen Spielhallen spielen Minderjährige dagegen eher selten. Die Befragten gaben als Begründung hierfür an, dass der Zugang für Minderjährige in größeren Spielhallen schwierig sei. 2,6 % der minderjährigen Panelteilnehmer spielen an Geldgewinnspielgeräten. Knapp die Hälfte von ihnen tut dies immer oder meistens in Begleitung erwachsener Bezugspersonen. "Die Ergebnisse zeigen, dass der Fokus der Prävention auf der Einhaltung des Jugendschutzgesetzes und lückenlosen Alterskontrollmechanismen an allen möglichen Spielorten liegen sollte. Auch müssen Erwachsene und Eltern stärker in die Aufklärung einbezogen werden, weil Minderjährige nicht selten über das Umfeld und die Eltern an Geldgewinnspielgeräte herangeführt werden," analysiert Prof. Dr. Heino Stöver, Direktor des Instituts für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences.

Die Daten aus den Online-Interviews wurden von der smartcon GmbH im Rahmen eines Forschungsauftrags für die LÖWEN ENTERTAINMENT GmbH erhoben und Prof. Dr. Heino Stöver vom Institut für Suchtforschung der Frankfurt University of Applied Sciences für weitere wissenschaftliche Analysen zur Verfügung gestellt.

Quelle: smartcon gmbH (ots)

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