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Die Entwicklungsgeschichte des Schweißens: Von der Entdeckung bis zur Industrialisierung

Archivmeldung vom 17.02.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.02.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Alterfalter - fotalia.com
Bild: Alterfalter - fotalia.com

Schweißen gehört zu einer der wichtigsten technischen Errungenschaften, die aus vielen modernen Produktionsverfahren ebenso wenig wegzudenken ist wie im privaten Bereich. Gemäß DIN bezeichnet Schweißen eine unlösbare Verbindung von zwei Bauteilen unter Zuhilfenahme von Wärme oder Druck, wobei je nach Verfahren sogenannte Schweißzusatzstoffe (Gase/Sauerstoff) verwendet werden. Heute gibt es eine große Bandbreite an Verfahren und Techniken, wobei das Schmelzschweißen sicherlich zu den am weitesten verbreiteten Verfahren zählen dürfte.

rotz einer langen Entwicklungsgeschichte und vielen antiken Vorstufen konnte die Schweißtechnik erst im 19. Jahrhundert im Zuge der industriellen Revolution ihren Durchbruch feiern. Heutzutage sind die maschinellen oder manuellen Einsatzgebiete beim Schweißen von der Automobilbranche bis hin zur Zahnmedizin äußerst vielfältig. In Zeiten des akuten Fachkräftemangels sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das Berufsbild 'Schweißer' in einigen Regionen händeringend gesucht wird. Neben technischen Aspekten ist also bei diesem Thema auch die direkte Verbindung zum Arbeitsmarkt nicht außer Acht zu lassen. 

Ein geschichtlicher Kurzabriss, der das Wesentliche 'zusammen schweißt' 

Erste historische Belege für frühe Schweißtechniken finden sich bereits bei den Sumerern im Jahre 4000 v. Chr. Sie versuchten, das wertvolle Metall Gold zu verbinden. Sodann waren es die Ägypter, die etwa 1300 Jahre später im Rahmen ihrer ambitionierten Bauprojekte Kupferleitungen durch sogenannte Feuerschweißungen verbunden haben. Mit diesen Leitungen wurde die Wasserversorgung sichergestellt, insofern kam diese Technik damals schon vielen Menschen im Lebensalltag zu Gute.

Über viele Jahrhunderte hinweg dümpelte die Schweißtechnik dahin, wobei durch die Elektrisiermaschine von Guerick, den Kondensator von Kleist als auch den elektrischen Funken von Leibnitz wesentliche Fortschritte erzielt wurden. Mit diesen Errungenschaften wurden wichtige technische Meilensteine der Schweißtechnik erreicht, der wirkliche Durchbruch gelang jedoch erst zur Hochphase der industriellen Revolution: Ende des 19. Jahrhunderts gelang es Nikolai Nikolaijewitsch, das heutige Lichtbogenschweißen zu perfektionieren. Er schaffte es, zwei Metallteile mit Hilfe eines Lichtbogens miteinander zu verbinden.

Im Jahre 1887 schließlich wurde dieses Verfahren als deutsches Patent angemeldet, in der Folgezeit feierte die Technik ihren Siegeszug im aufstrebenden Stahlbau. Alle Schweißverfahren und Varianten, die in der Folgezeit bis in die moderne vorangetrieben wurden, verkörpern im Grunde Modifikationen dieser Basistechnik. Oskar Kjellberg setzte beispielsweise erstmalig umhüllte Elektroden beim Schweißen ein, die Tüftler Nuys und Roberts setzten Schutzgase ein, um die Qualität des Schweißprozesses zu optimieren. Die Wortherkunft (Etymologie) geht übrigens vermutlich auf das Feuerschweißen zurück, wobei zwei Metalle zum "Schwitzen" gebracht werden, was schließlich zur gewünschten Verbindung führt. Moderne Verfahren arbeiten unter Zuhilfenahme von Sauerstoff oder speziellen Brenngasen, um die Energieeffizienz der Flamme beim Schweißen deutlich zu verbessern. 

Anwendungsgebiete und Blicke in die schweißende Arbeitswelt 

Schweißer werden vor allem in Schlossereien oder Schweißereien beschäftigt, auch die Automobilbranche ist ein großer Arbeitgeber. Schweißverfahren werden eingesetzt, um Metalle zu verarbeiten und um Maschinen oder Werkzeuge herzustellen. Im Bereich des Autobaus werden vor allem in einer frühen Phase der Konstruktion Schweißroboter zur automatischen Fertigung genutzt, um Karosserien zusammenzusetzen. Diese automatisierte Form des Schweißens erlaubt es, hohe Stückzahlen in konstant hoher Qualität anzufertigen. Jedoch sind den maschinellen bzw. automatisierten Produktionsverfahren auch gewisse Grenzen gesetzt, was insbesondere an der Zugänglichkeit mancher Bauteile liegt.

Hier muss buchstäblich Hand angelegt werden, wobei benutzerfreundliche Schweißgeräte im Produktionsprozess quasi für 'halbautomatisierte' Arbeitsschritte im Sinne des Qualitätsmanagements sorgen. Vor allem in der metallverarbeitenden Industrie werden unterschiedlichste Schweißverfahren angewendet, um Bauteile in eine gewünschte Form zu bringen. Besonders bei filigranen und komplexen Konstruktionen sind manuelle Schweißarbeiten von exzellent ausgebildeten Fachleuten unerlässlich, um individuelle Kundenaufträge zu erfüllen.

Trotz fortschreitender Automatisierung und Massenproduktion wird ein großer Teil der Schweißarbeiten weiterhin manuell betrieben, insbesondere in Werkstätten. Auch im Bereich der Zahnmedizin findet diese Technik mittlerweile Verwendung, sodass das Schweißen im Alltag präsenter ist als viele Menschen auf den ersten Blick glauben mögen. Günstige, leistungsstarke Geräte mit hohen Sicherheitsstandards sorgen dafür, dass Schweißarbeiten mit der nötigen Erfahrung und Routine auch Daheim erledigt werden können. In Werkstätten von Tüftlern und Autoliebhabern konnte so mit buchstäblich 'flammender Leidenschaft' schon das eine oder andere Herzensprojekt umgesetzt werden. 

Das schweißt zusammen: Die Vorteile des Schweißens im Vergleich zu anderen 'Fügeverfahren'

  • Gewichtseinsparung gegenüber anderen Verbindungsarten (relevant beim Autobau) 
  • flexible und kostengünstige Möglichkeit für Reparaturen (auch im Privatbereich)
  • auch bei geringen Nahtdichten lässt sich eine hohe Kraftübertragung erreichen 
  • hohe Stabilität und Fertigungsgeschwindigkeit beim Schweißen erreichbar 

Ein auf dem Arbeitsmarkt 'heiß' begehrtes Berufsbild, bei dem die Funken fliegen

Die Schweißtechnik blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Nachdem im Zeitalter der industriellen Revolution die wesentlichen technischen Grundlagen gelegt wurden, war der Siegeszug in der Metallindustrie nicht mehr aufzuhalten. Heute sind Schweißverfahren sowohl im Bereich der Massenproduktion als auch bei filigranen Arbeiten im Bereich der Zahnmedizin nicht mehr wegzudenken. Und auch im privaten Bereich erfreut sich die Schweißtechnik als beliebte und flexibel einsetzbare Konstruktions- und Reparaturmöglichkeit einer großen Beliebtheit. Viele Arbeitsschritte sind durch Roboter automatisiert worden, dennoch erfordern präzise und hochkomplexe Konstruktionsverfahren nach wie vor manuelle Arbeitsschritte. 

Dies erklärt, warum das Berufsbild 'Schweißer' in vielen Regionen händeringend gesucht wird. Insofern kann die Beschäftigung mit der interessanten Materie schweißen auch berufstechnisch neue Perspektiven aufzeigen. Mehr über Schweißtechniken erfahren Sie bei Interesse im Videoratgeber von schweisshelden.de.

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