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Salat vom Schulhof: temporäre Gemüsegärten für Grundschulklassen

Freigeschaltet am 31.07.2020 um 13:36 durch Manuel Schmidt
Dank der temporären Schulgärten können Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern gärtnern, ohne viel Arbeitsaufwand zu haben.
Quelle: Foto: Martina Tanzhaus (idw)
Dank der temporären Schulgärten können Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern gärtnern, ohne viel Arbeitsaufwand zu haben. Quelle: Foto: Martina Tanzhaus (idw)

So unkompliziert und doch so eindrücklich kann Gärtnern sein: Ein Projekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) bringt temporäre Salatbeete in Grundschulen. Gemeinsam mit ihrer Lehrkraft pflanzen Schülerinnen und Schüler Salatjungpflanzen in smart improvisierte Pflanzgefäße, verfolgen ihr Wachstum und ernten schließlich das frische Gemüse. Die Lehrkraft braucht jenseits der Schulstunden keine Zeit für das Beet aufzuwenden - die Bewässerungstechnik der "temporären Schulgärten" stellt die Versorgung der Pflanzen automatisch sicher.

Die Salatpflanzen wachsen in improvisierten Pflanzgefäßen.
Quelle: Foto: Martina Tanzhaus (idw)
Die Salatpflanzen wachsen in improvisierten Pflanzgefäßen. Quelle: Foto: Martina Tanzhaus (idw)

Durch die unkomplizierte und kostengünstige Aufmachung will das Projekt es möglichst vielen Grundschulklassen ermöglichen, sich selbst als kleine Gärtner zu betätigen und ganz nebenbei etwas über den Wert pflanzlicher Lebensmittel und gesunde Ernährung zu erfahren.

Bereits seit fünf Jahren läuft das Projekt, rund zwanzig Grundschulklassen haben bereits in temporären Beeten "gegartelt". Das Feedback ist durchweg positiv und so wird es bei einigen Lehrkräften weitere Runden im Schulgarten geben. Start ist üblicherweise nach den Pfingstferien - da machte die Coronaviruspandemie heuer allerdings einen Strich durch die Rechnung. Je nach Situation an den Schulen kann im kommenden Jahr wieder durchgestartet werden mit dem Gärtnern.

Kein grüner Daumen? Kein Problem!

Mit Ratschlägen und Tipps zur Seite steht den Lehrkräften dann Viola Stiele, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gartenbau (IGB) der HSWT, die gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Hannus und in Zusammenarbeit mit der Firma Dehner das Schulgartenkonzept entwickelt und bis zur praktischen Anwendung verfeinert hat. Sie stellt den Lehrerinnen und Lehrern Anleitungen für den Auf- und Anbau zur Verfügung: "Bei den ersten Umsetzungen in Grundschulen habe ich das System noch vor Ort gemeinsam mit den Lehrkräften aufgebaut, doch mittlerweile haben wir anhand der praktischen Erfahrungen unsere bildlichen und schriftlichen Anleitungen so optimiert, dass die Lehrerinnen und Lehrer damit sehr gut alleine zurechtkommen." Sollte darüber hinaus Rat nötig sein, hat sie aber selbstverständlich immer ein offenes Ohr.

Für wen ist das was?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die zweite Klassenstufe für das Projekt ideal ist: Das Thema Ernährung ist dort im bayerischen Lehrplan verortet, die Kinder können die Zusammenhänge beim Salatanbau sowie die Technik hinter dem Bewässerungssystem bereits verstehen und sich lange genug auf den gemeinsamen Aufbau konzentrieren. In höheren Klassenstufen ist das Projekt freilich auch gut aufgehoben - nur Erstklässlerinnen und Erstklässler tun sich erfahrungsgemäß noch schwer damit, weshalb das Angebot auch nicht für Kindergärten und Kitas geeignet ist.

Preisgekrönt

Die temporären Schulgärten sind nicht nur interessant für kleine Gärtnerinnen und Gärtner, sondern aufgrund des innovativen Ansatzes zum mobilen Gemüseanbau auch zukunftsweisend. Nicht zuletzt deshalb wurde das Projekt beim Ideenwettbewerb `Urban Farming´ der DLG prämiert. Aufgrund einer wachsenden Weltbevölkerung und des Trends zur Urbanisierung wird die Lebensmittelerzeugung in städtischen Regionen in Zukunft an Bedeutung gewinnen. „Unser Ideenwettbewerb sensibilisiert für diese Herausforderung und gibt zugleich richtungsweisende Impulse“, erklärt DLG-Projektleiter Dr. Klaus Erdle den Hintergrund des heuer zum ersten Mal durchgeführten Wettbewerbs.

Eine Experten-Jury nominierte acht Projekte, die gleichermaßen überzeugten, darunter das Schulgartenprojekt des IGB. Statt drei Hauptpreisträger festzulegen, wurde das Preisgeld in Höhe von 7.000 Euro paritätisch aufgeteilt.

Viola Stiele und Thomas Hannus planen, das Preisgeld für weitere Versuche zu nutzen: hinsichtlich einer Ausweitung des Anbauzeitraums sowie weiterer zügig wachsender Gemüsesorten. Darüber hinaus möchten sie das System noch mehr Schulen zu den vergünstigten Konditionen des Projektpartners Dehner zur Verfügung stellen.

Quelle: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (idw)

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