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Deine Zeit zählt: Zeit spenden für pflegende Angehörige

Archivmeldung vom 28.11.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.11.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: pixabay.com (CC0 Public Domain )
Bild: pixabay.com (CC0 Public Domain )

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass in Deutschland derzeit etwa 5,8 Millionen Menschen unentgeltlich ein Familienmitglied pflegen. Bereits Erfahrungen in der Pflege Angehöriger haben sogar 21,6 Millionen Menschen.

Dabei haben die Pflegenden häufig mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen: Überlastung, finanzielle Nöte oder Einsamkeit. Eine von der Initiative Embracing Carers in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage "Pflegende Angehörige" zeigt die konkreten Herausforderungen, denen sich pflegende Angehörige in ihrem Alltag stellen. Gleichzeitig unterstützt die Studie den Aufruf der Kampagne "Deine Zeit zählt" und zeigt auf, wie pflegende Angehörige in wenigen Minuten entlastet werden können.

Deutschland wird älter. Die Herausforderungen, die sich aus dem demografischen Wandel für Politik und Gesellschaft ergeben, finden zunehmend Eingang auf die Agenda öffentlicher Diskussionen. Neue Gesetze sollen nicht nur die Situation pflegebedürftiger Menschen verbessern, sondern auch diejenigen unterstützen, die mit der Pflege tagtäglich beschäftigt sind. Neben hauptberuflichen Pflegefachkräften werden dabei zunehmend auch die Menschen in den Blick genommen, die unentgeltlich die Pflege eines Familienmitgliedes, Partners, Kindes oder Freundes übernehmen. So sind allein 60 Prozent der aktuell 5,8 Millionen pflegenden Angehörigen berufstätig. Das bedeutet einen erheblichen zeitlichen Balanceakt: Erwerbsarbeit, Sozialleben, Familienleben, Haushalt und Pflegearbeit müssen unter einen Hut gebracht werden.

Pflegende Angehörige benötigen konkrete Unterstützung im Alltag

In den Studienergebnissen spiegeln sich die unterschiedlichen Antworten wider, die sich aus den verschiedenen Lebens- und Pflegesituationen ergeben. Auf die Frage, wofür sie mehr Zeit brauchen, gab die Gruppe zwischen 18 und 49 Jahren an, neben konkreter Unterstützung in der Pflegearbeit Hilfe im Haushalt und bei der Alltagsorganisation zu benötigen. Die mehrheitlich nicht mehr berufstätigen über 60-jährigen betonten - abgesehen von stärkerer Unterstützung bei unmittelbaren Pflegeleistungen - den Wunsch nach mehr zwischenmenschlicher Zuwendung, vor allem jemanden, der ihnen zuhört. Für alle Altersgruppen fehlt es außerdem an Zeit für sportliche Bewegung, Lesen oder Fernsehen. Auch Beziehungen und Freundschaften leiden unter der Belastung. Pflegende Angehörige haben zudem nicht genügend Zeit für Aus- und Weiterbildungen.

Erhebliche zeitliche Belastung

Für die Meisten pflegenden Angehörigen nimmt die Pflegearbeit bis zu 10 Stunden pro Woche in Anspruch. Viele verwenden sogar mehr Stunden pro Woche für Pflege. So gaben 29 Prozent der Befragten an, dass sie 11- 24 Stunden pro Woche für die Pflegearbeit einrechnen müssen. 17 Prozent pflegen in Vollzeit (bis zu 48 Stunden pro Woche).

Laut Forsa Studie pflegen Menschen zwischen 18 und 49 Jahren in Deutschland sowohl ihre (Schwieger-)Eltern (45 Prozent) als auch Großeltern (31 Prozent) oder eigene Kinder (11 Prozent). In ihren 50ern sind Pflegende am Häufigsten mit der Pflege der Eltern beschäftigt (84 Prozent). Pflegende über 60 sind zunehmend mit der Pflege ihrer (Ehe-)Partner konfrontiert. Je nach Lebenssituation müssen sich die Pflegenden also unterschiedlichen Herausforderungen stellen, die organisatorischer, emotionaler, finanzieller und physischer Natur sein können.

Ein paar Minuten Zeit sind große Hilfe

Anhand der Studienergebnisse macht die Initiative Embracing Carers darauf aufmerksam, dass bereits ein paar Minuten Zeit eine große Unterstützung sein können. Mit der Kampagne "Deine Zeit zählt" ruft deshalb Embracing Carers dazu auf, Verwandte, Freunde oder Kollegen, die Angehörige pflegen, mit selbst kleinen Tätigkeiten oder Gesten zu helfen, den belastenden Alltag besser zu bewältigen.

So sind für die Gruppe der 18- bis 59-jährigen die Hilfe in Alltagsorganisation eine große Entlastung: zum Beispiel einen Einkauf übernehmen, ein Abendessen kochen, Wäsche bügeln oder die Kinder beaufsichtigen würde ihren Alltag erheblich erleichtern. Hilfreich ist auch die Organisation von Büroarbeit oder sozialen Aktivitäten, wie das Besorgen von Kinokarten oder Theatertickets. Über 60-jährigen Pflegenden hingegen würde durch menschliche Zuwendung geholfen: Eine Tasse Tee und ein offenes Ohr kann Kraft geben, die emotional belastende Situation eines kranken (Ehe-)Partners oder Elternteils besser zu verarbeiten.

Dabei gilt "Deine Zeit zählt" - jede Minute ist wichtig. Jeder, der pflegende Angehörige unterstützt, kann nun jede investierte Minute auf www.embracingcarers.com verbuchen. Ziel ist es, 1 Millionen Minuten Unterstützung weltweit zu generieren. Damit soll auf die Situation pflegender Angehöriger aufmerksam gemacht und ihr Umfeld zur Unterstützung angeregt werden.

Quelle: Embracing Carers (ots)


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