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Wassermangel im Alter: Dehydration ist signifikantes Gesundheitsrisiko für Senioren

Archivmeldung vom 18.06.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.06.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Ingo Bartussek - stock.adobe.com Fotograf: Ingo Bartussek
Bild: Ingo Bartussek - stock.adobe.com Fotograf: Ingo Bartussek

Jede/r siebte Über-65-Jährige und jede/r vierte Über-85-Jährige trinkt zu wenig. Das ergab eine Befragung zur Ernährungssituation über 65Jähriger am Institut für Ernährungswissenschaften der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn. Die Ergebnisse sind alarmierend, denn Wassermangel bringt den Flüssigkeitshaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht, die Betroffenen können dehydrieren.

"Die große Bedeutung einer ausreichenden Wasserzufuhr im hohen Alter wird unterschätzt. Viele körperliche Beeinträchtigungen lassen sich auf Wassermangel zurückführen oder werden durch diesen begünstigt", warnt Dr. Stefan Koch vom Forum Trinkwasser e. V.

Kognitive Leistungsfähigkeit kann bei Wasserdefizit zurückgehen

So kann schon ein geringes Wasserdefizit zu einem Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit führen - Verwirrtheit oder Demenzerscheinungen werden so verstärkt. Auch die Wirkung vieler Medikamente kann durch einen gestörten Wasserhaushalt beeinträchtigt werden. Zudem holt sich der Körper Wasser dort, wo er es bekommen kann: Verringerter Speichelfluss oder vermindertes Schwitzen mit entsprechenden Nachteilen für die Regulation der Körpertemperatur sind die Folgen. Ist die Kreislauffunktion beeinträchtigt, kann es schneller zu Stürzen mit gravierenden Folgeschäden kommen. An heißen Tagen, an denen ohnehin mehr getrunken werden muss, kann die Situation für Hochbetagte schnell lebensbedrohlich werden.

Auf eine ausreichende Wasserzufuhr ist im hohen Alter deshalb besonders zu achten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine durchschnittliche Menge von 1,3 bis 1,5 Litern täglich, bei Älteren kann der Bedarf jedoch individuell stark variieren. Wird etwa sehr wenig gegessen, fehlt der Flüssigkeitsanteil, der sonst über die Nahrung aufgenommen wird. Aber auch rüstige Senioren, die sich viel bewegen und Sport treiben, haben unter Umständen einen höheren Trinkbedarf. Andererseits gibt es Krankheiten wie Nierenschäden oder Herzinsuffizienz, die eine geringere Flüssigkeitsaufnahme erfordern. Eine Rücksprache mit dem Arzt ist hier angeraten.

Um Wassermangel vorzubeugen, gibt es eine Reihe von Tipps:

  • Getränke zu allen Mahlzeiten reichen, wenn nötig mit entsprechender Hilfestellung.
  • Trinkrituale wie "Aufwach-Wasser", "5-Uhr-Tee" oder Nachmittagskaffee schaffen zusätzliche Anreize.
  • Getränke in Sicht- und Reichweite an verschiedenen, vielfrequentierten Orten bereithalten.
  • Ein "Trinkwecker" oder "Trinkprotokoll" erinnert an die regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme.
  • Lieblingsgetränke und wasserhaltiges Obst unterstützen zusätzlich.

Dr. Stefan Koch vom Forum Trinkwasser ergänzt: "Wir erleben oft, dass besonders im hohen Alter transparente Dinge wie beispielsweise Wasser in durchsichtigen Gläswern nicht so gut wahrgenommen werden. Unsere Empfehlung lautet deshalb, die Flüssigkeit mit etwas Fruchtsaft zu färben oder auf bunte, ansprechende Trinkgefäße zurückzugreifen. Viele Senioren haben auch ihre ,Lieblingstasse', aus der es sich gleich viel leichter trinkt."

Quelle: Forum Trinkwasser e.V. (ots)

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