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Planet der Jäger

Archivmeldung vom 06.12.2006

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.12.2006 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Jens Brehl
Planet der Jäger
Planet der Jäger

Dies ist der zweite Band der Aliens versus Predator-Romantriologie aus dem Panini Verlag. Ein reicher Geschäftsmann hat aus einem kompletten Planeten ein Paradies für Jäger geschaffen, denn auf seiner Welt können diese ohne jegliche Einschränkung jagen. Dies fasziniert jedoch auch Predatoren.

Der Geschäftsmann Livermore Evanston schwimmt in Geld und so war es ihn möglich ein einzigartiges Projekt in der Galaxis zu verwirklichen. Touristen können auf seinem Planeten ohne gesetzliche Beschränkungen auf die Jagd gehen. Eigens für die Jäger unterhält Evanston eine Genfabrik, um neuartige Kreaturen zu züchten, auf die später als Beute dienen. Er rechnet jedoch nicht damit, dass die Predatoren seiner Welt einen Besuch abstatten, um ebenfalls auf die Jagd zu gehen. Um die ungebetenen Gäste wieder los zu werden, engagiert er eine Frau, die Seite an Seite mit Predatoren in den Kampf gezogen ist und diese auch bestens kennt. Jedoch kommt alles anders wie gedacht.

Der erste Teil der Romantriologie "Beute" war der perfekte Auftakt und hat Lust auf mehr gemacht. Leider kann der zweite Band in Sachen Spannung nicht annähernd mithalten. Die Story hätte viel mehr hergegeben, jedoch vergibt der Autor durch flache Charaktere, mittelmäßige Dialoge und jede Menge Logikfehler in der Handlung jede Chance. Das Buch strotzt vor Fehlern, was den Spaß deutlich bremst und man sich überwinden muß das Buch zu Ende zu lesen. Einige Beispiele verdeutlichen dies:

  • Anfangs werden die Aliens beschrieben: "Sie waren bösartige Kämpfer, besaßen aber nur geringe Intelligenz. Sie waren zäh und schlau ..." Es ist vollkommen schleierhaft, wie ein Lebewesen schlau sein kann und gleichzeitig wenig Intelligenz besitzt.
  • Ein Charakter trinkt einen fruchtigen, exotischen Tee. Auf der nächsten Seite ist der gleiche Tee auf einmal bitter.
  • Ein Trupp Profisöldner macht sich morgens auf dem Weg, um einen Ort zu begutachten, wo eine Kampfhandlung stattgefunden hat. Sie haben gerade gefrühstückt, haben den Kaffeegeschmack noch im Mund. Als sie das Gelände durchkämmen und jederzeit mit einem Angriff rechnen müssen, machen sie sich jedoch Gedanken was es zum Mittagessen gibt, so dass der Anführer diese Frage per Funk durchgibt und eine Diskussion über das Essen entsteht. Die Spannung ist flöten gegangen und die Unterhaltung in der Situation völlig irrational und unglaubwürdig. Die Profisöldner machen sich unfreiwillig zu Witzfiguren.
  • Der gleiche Trupp findet bald darauf morgens eine schwer verletzte Überlebende, die sogleich zum Fahrzeug gebracht wird, welches die Söldner zur Verfügung haben. Dort machen sie erst einmal ein Lagerfeuer (morgens!) und diskutieren ein wenig, bevor sie die verletzte Person zum Hauptquatier bringen, damit diese versorgt werden kann.
  • Was der Übersetzer mit dem Satz " Rauch hoch kräuselte." aussagen wollte, bleibt wohl auf ewig sein Geheimnis.
  • Auch warum die genetisch geschaffenen Aliens mehrmals die Bezeichnung "Typ II" und "Typ 2" wechseln bleibt dem Leser verborgen.
  • Zur neuen Ausrüstung der Predatoren gehören laut dem Buch Schrotflinten. Dummerweise haben die Außerirdischen Strahlenwaffen und verschießen keine Kugeln.

Der Autor schafft es perfekt immer dann die Spannung mit unlogischen Handlungen und gequälten Dialogen zu vertreiben, wenn welche aufkommen könnte. Spannende Handlungen im Buch machen den Eindruck gekürzt zu sein, wobei man den Schwerpunkt auf flache Dialoge gesetzt hat. Die Idee der Handlung ist keine schlechte, die Umsetzung wirkt jedoch krampfhaft konstruiert. Ob es an der Übersetzung des Buchs liegt, können wir nicht sagen, da wir die amerikanische Originalausgabe nicht gelesen haben. Das Lektorat läßt ebenfalls deutlich zu wünschen übrig, da einige Rechtschreibefehler zu finden sind.

Das Buch mit dieser Handlung und in dieser Form ist keine 9,95 Euro wert! Es ist traurig, was aus einer guten Idee geworden und wie schwach die Fortsetzung von Beute ist. Was sich die Redaktion des Verlages bei dieser Veröffentlichung gedacht hat bleibt ein Rätel. Hartgesottene Fans werden vielleicht dennoch ein wenig Unterhaltung finden, wenn sie die Ansprüche deutlich nach unten korrigieren.

Unseren Bericht über Band 1 finden Sie übrigens hier: Beute


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