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Die Beziehung zwischen Gläubiger und Schuldner

Archivmeldung vom 06.02.2006

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.02.2006 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Viele Firmen erleben seit geraumer Zeit, daß die Zahlungsmoral der Kunden immer schlechter wird. Da entsprechende rechtliche Vollstreckungsmaßnahmen meistens "fruchtlos" bleiben, wird sogar immer öfter das sogenannte "Russeninkasso" angewandt. Bei böswilligen Schuldnern mag dies vielleicht eine Möglichkeit sein, um an sein Geld zu kommen, doch leider treffen solche Maßnahmen auch "normale" Schuldner. Wir haben uns nun nachfolgend einmal das Problem Gläubiger - Schuldner aus ganzheitlicher Sicht angeschaut und nach einer Lösung gesucht.

Ein Gläubiger sollte sich zunächst einmal Gedanken machen, warum ein Schuldner nicht zahlt. Wenn es sich nicht um einen "böswilligen" Schuldner handelt, bringt es zunächts nichts ihn durch extremen Druck und entsprechenden Maßnahmen oder gerichtliche Drohungen den offenen Betrag noch höher zu schrauben, denn wenn der Schuldner kein Geld hat, wie er soll er dann die zusätzlichen Kosten noch aufbringen?

Betrachten wir zunächst einmal die Situation von Schuldner- und dann von Gläubigerseite, bevor wir zu einer Lösungsansatz kommen.

Aus der Sicht des Schuldners ist es oft so, daß dieser nicht einfach nur zum Spaß die Rechnung nicht bezahlt, sondern weil aus den unterschiedlichsten Gründen ein finanzieller Engpaß aufgetreten ist. Sei es durch den Verlust der Arbeit, eine Krankheit, unerwartete andere Investitionen oder durch einen Notfall. Die Situation eine Rechnung nicht zahlen zu können ist denjenigen schon mehr als unangenehm, wenn jetzt noch der gesteigerte Druck durch entsprechende Maßnahmen des Gläubigers hinzu kommt, bekommt der Schuldner noch mehr Angst und wird immer stärker verunsichert. Oft traut er sich dann noch nicht einmal mehr den Kontakt zum Gläubiger zu suchen, sondern er versucht sich sozusagen "tot" zu stellen. Was natürlich die Situation aus Sicht des Gläubigers noch schlimmer macht. Dem Gläubiger bleibt nun nichts anders mehr übrig, als weitere entsprechende Schritte einzuleiten, um an sein Geld zu kommen.
Aus ganzheitlicher Sicht könnte man das Verhalten des Schuldners so beschreiben: Er manifestiert durch seine Angst immer mehr seine finanzielle Not und die Spirale dreht sich immer schneller abwärts, der "Geld-/Energiefluß" wird immer mehr blockiert.
Das Schlimme daran ist, wenn sich ein Schuldner erst einmal in dieser Situation befindet, kommt er hier meist ohne fremde Hilfe nicht mehr heraus.

Nun das Ganze einmal aus dem Blickwinkel des Gläubigers betrachtet. Nachdem die normale Mahnung ohne Erfolg geblieben ist, beantragt er normalerweise das gerichtlichen Mahnverfahren oder schaltet ein Inkassobüro ein. Hierdurch entstehen weitere Kosten für den Schuldner, die der Gläubiger aber vorlegen muß und damit seine Außenstände weiter erhöht. In den meisten Fällen bekommt der Gläubiger dann zwar einen Vollstreckungstitel gegen den Schuldner, aber nicht sein Geld. So hat der Gläubiger im Prinzip nichts erreicht. Ganzheitlich gesehen sollte der Gläubiger es einmal so sehen: Wenn man als Gläubiger so beharrlich auf sein Geld besteht, obwohl er noch nicht am „Hungertuch“ nagt, sollte er sich doch einmal fragen, warum er dies tut. Liegt es daran, daß er Angst hat kein Geld mehr zu haben? Ist es da nicht wichtiger erst einmal seine Angst zu besiegen und das Geld als das anzusehen, was es eigentlich sein sollte, als Mittel zum Zweck bzw. eine andere Form des Energieausgleiches? Aus dieser Sichtweise müßte er sich dann als Nächstes Gedanken machen, warum der Energiefluß gestört ist. Ist es weil er einen Erwartungsdruck ausübt, aber führt nicht jede Erwartung zwangsläufig zu einer Enttäuschung? Die Lösung wäre hier dann also, daß er sich nicht weiter ärgert und einen Erwartungsdruck ausübt, sondern daß es ihm egal wird und er losläßt.

Die Lösung aus dem ganzen Dilemma wäre also: Man darf von Anfang an keine Angst haben, daß man sein Geld nicht bekommen werde und akzeptiert die Verspätung, egal wie lange sie dauern wird. Hat man diese Geduld nicht, sucht man den Kontakt mit dem Schuldner am besten persönlich oder telefonisch und zeigt hier Verständnis für die Situation und überlegt gemeinsame Lösungswege. Ein Lösungsweg des Gläubigers kann beispielsweise sein, dem Schuldner bei seinem Problem zu helfen. Dies kann individuell sein und sollte zwischen beiden Parteien Schritt für Schritt abgestimmt werden. Ist der Gläubiger nicht in der Lage dieses Verständnis aufzubringen und solche Schritte zu gehen, sollte er am besten überhaupt keine Geschäfte tätigen. Denn auch dieses gehört zu den ethischen und moralischen Grundsätzen eines Geschäftsmannes.

Sicherlich gibt es jetzt einige, die sagen, daß es auch Schuldner gibt, die auf diese Masche reiten und absichtlich Rechnungen längere Zeit liegen lassen. Hier möchte ich Ihnen folgende Anmerkung entgegen bringen. Dies gilt auch für Schuldner, die im Glauben sind Geschäftsleute, die nach ethischen und moralischen Grundsätze handeln, ausnutzen zu können. Geld (Energie), die man sich zu Unrecht aneignet bzw. länger als nötig behält und somit den Energiefluß unterbricht, ist man schneller wieder los, wie man sie bekommen hat und man wird nicht glücklich damit.

Ein Phänomen, was ich selbst schon festgestellt habe und mir in letzter Zeit immer öfters berichtet wird ist: Wenn eine Rechnung aus den unterschiedlichsten Gründen unstimmig ist (Leistung wurde nicht korekt erbracht, der Preis ist zu hoch angesetzt usw.), fehlt das Geld diese mühelos zu begleichen. Meistens treten genau hier Schwierigkeiten auf, die zu entsprechenden Streitigkeiten bzw. gerichtlichen Mahnungen führen. Deshalb sollte man sich als Gläubiger auch einmal Gedanken machen, ob die Forderung an sich so berechtigt ist, wenn es zu Problemen kommt.

Als Fazit kann man sagen, daß wenn jede Seite Schuldner und Gläubiger sich einmal in die jeweilige andere Position versetzen würden und den anderen ethisch und moralisch so behandelt, wie man selbst behandelt werden wollte, dann könnte man sich sicherlich viele gerichtliche Mahnverfahren bzw. sonstige unnötige Kosten durch die unterschiedlichsten "Eintreibemaßnahmen" ersparen.

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Bild: Erwin Lorenzen / pixelio.de
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