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Flugzeuge im Möwen-Design gegen Böen

Archivmeldung vom 05.01.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.01.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Gleitende Möwe über dem Canada Place in Vancouver.
Gleitende Möwe über dem Canada Place in Vancouver.

Bild: ubc.ca

Möwen gleichen mit einfachen Bewegungen des Ellbogengelenks böige Winde aus. Dieser einfache Mechanismus könnte im Flugzeugbau übernommen werden, glauben Forscher der University of British Columbia. "Wir wissen natürlich seit Langem, dass sich die Form der Vogelflügel ändert. Aber wir haben erstmals einen Zusammenhang zwischen Windböen und der Veränderung des Flügels hergestellt, um mehr Stabilität zu gewinnen", sagt Zoologe und Forschungsleiter Douglas Altshuler.

Manövrierbarkeit versus Stabilität

Wenn der Wind böig wird, opfern Möwen ihr Flugstabilität zugunsten einer besseren Manövrierbarkeit. Indem die Tiere den Winkel ihres Ellbogengelenks verändern, gewinnen sie mehr Kontrolle über ihren Flug. Das haben Altshuler und seine Kollegin Christina Harvey bei Tests im Windkanal herausgefunden. Sie präparierten Möwenflügel mit unterschiedlichen Winkeln und bestimmten deren Leistung bei unterschiedlichen Strömungen. Parallel dazu beobachteten sie Möwen im freien Flug.

"Die Brüder Wright waren nicht die Ersten, die ein Flugzeug entwarfen, das tatsächlich fliegen konnte", sagt Harvey, die mittlerweile an der University of Michigan http://umich.edu in Detroit lehrt und forscht. "Aber sie waren die Ersten, denen es gelang, ein Flugzeug während des Fluges zu kontrollieren und zu stabilisieren." Ähnlich sei es bei Vögeln. Sie müssten nicht nur für den Aufstieg und das Vorwärtskommen sorgen, sondern ihren Flug stabilisieren und optimal manövrieren, um Futter zu finden.

Auch Winglets bei Vögeln abgekupfert

Um noch genauer herauszufinden, wie Möwen mit Turbulenzen umgehen, will Altshuler sie dort beobachten, wo sie sich gegen besonders tückische Böen wehren müssen, wenn sie beispielsweise aus dem Windschatten von Gebäuden kommen oder in aufsteigende Luft über offenem Wasser geraten. Dort treten weit stärkere Turbulenzen auf als in dem Windkanal, den die Forscher nutzten.

Wie die Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, in den Flugzeugbau einfließen können, ist noch offen. Doch die Chancen stehen gut, dass die Geschicklichkeit der Möwen in böigen Winden den Flügelbau der Zukunft beeinflusst. Schon einmal haben Vögel die Flugzeugbauer inspiriert. Die Winglets, nach oben gerichtete Verlängerungen der Flügelspitzen, sind den Enden bestimmter Vögel nachempfunden.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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