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Forscher erzeugen Mischwesen aus Zellen von Mensch und Affe

Archivmeldung vom 17.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Bild: Matthias Preisinger / pixelio.de
Bild: Matthias Preisinger / pixelio.de

Forschern vom kalifornischen Salk Institute for Biological Studies in La Jolla ist es gelungen, Embryonen aus Zellen von Mensch und Affe zu erzeugen. Das geht aus einer Studie unter Leitung von Juan Carlos Izpisua Belmonte hervor, die am Donnerstag im Fachmagazin „Cell“ veröffentlicht wurde.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "SNA News" schreibt weiter: "Die Biochemiker hatten jeweils 25 menschliche Stammzellen, die das Potenzial haben, sich in fast alle unterschiedlichen Zelltypen zu entwickeln, in sechs Tage alte Affen-Embryonen injiziert. Dabei bauten sie auf ihren früheren Untersuchungen auf, bei denen 2017 Mischembryonen aus Zellen von Mensch und Schwein erzeugt wurden. Zuerst wuchsen alle 132 Embryonen, nach zehn Tagen waren es noch 103. Einige der Embryonen – am Ende lebten nur noch drei – entwickelten sich für knapp 20 Tage im Labor weiter und enthielten ein Zellgemisch beider Arten.

Langfristiges Ziel dieser ethisch umstrittenen Forschung ist es, menschliche Organe oder Gewebe in Tieren zu züchten. Dadurch wollen die Forscher nicht nur dem Mangel an Spenderorganen begegnen, sondern auch mehr über die frühe menschliche Entwicklung, den Krankheitsverlauf und das Altern verstehen.

Im Laufe der Studie entstanden allerdings keine ausgereiften Lebewesen. Der Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin Hans Schöler bezeichnete diese als „spannende Grundlagenforschung“, betonte aber, es sei noch zu früh von der tatsächlichen Züchtung von Organen in solchen Chimären zu sprechen.

Darüber hinaus stelle die Erzeugung von Mischwesen unterschiedlicher Arten besondere ethische sowie rechtliche Herausforderungen dar. Offen bleibe die Frage, ob diese Embryonen menschlich seien oder nicht. Auf alle Fälle seien hier die Aspekte des Tierschutzes sowie des Umgangs mit menschlichen Spenderzellen kritisch zu prüfen.

Seit den 1980-er Jahren versuchen Wissenschaftler menschliches Gewebe im Labor herzustellen. 2013 konnten japanische Forscher zum ersten Mal eine Leber im Miniformat im Kopf einer Maus heranwachsen lassen."

Quelle: SNA News (Deutschland)

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