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Freudenschweiß bringt Menschen zum Lächeln

Archivmeldung vom 18.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Schweißperlen: übermitteln Gefühle. Bild: pixelio.de/Maria Lanznaster
Schweißperlen: übermitteln Gefühle. Bild: pixelio.de/Maria Lanznaster

Menschen können durch Schweiß Gefühle kommunizieren - zum Beispiel Freude. Das haben Forscher der Universität Utrecht in einer vom Psychologen Gün Semin geleiteten Studie festgestellt. Im Schweiß befinden sich bestimmte chemische Komponenten, deren Zusammensetzung anscheinend je nach erlebter Emotion anders sind. Bei Angst und Ekel ist bereits bekannt, dass andere Menschen den Schweißgeruch richtig entschlüsseln, Forschung zu positiven Emotionen fehlte bisher jedoch.

"Einer der Gründe für vermehrte Schweißproduktion ist eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems. Viel häufiger als bei Freude ist es aber, dass diese bei Schmerz oder Stress einsetzt - außerdem gibt es viele zugrunde liegende hormonelle Störungen, die zu verstärktem Schwitzen führen können", erklärt Anton Luger, Leiter der Abteilung für Endokrinologie & Stoffwechsel an der Universitätsklinik für Innere Medizin III in Wien/innere3/endo , die Grundlagen der Schweißproduktion im Gespräch mit pressetext.

Schweiß wird emotional aufgeladen

Um dem Schweiß eine emotionale Komponente zu verleihen, sahen die männlichen Probanden ein Video, das einen bestimmten Gefühlszustand auslösen sollte (Angst, Freude, neutral). Danach wurden ihre impliziten Emotionen mit einem Test gemessen, bei dem sie angeben mussten, wie angenehm oder unangenehm chinesische Symbole ihnen erschienen. Bei diesem Test zeigte sich, dass sie tatsächlich in die angestrebte Gefühlslage versetzt worden waren.

Der während der Prozedur aufgefangene Schweiß wurde anschließend Frauen als Riechprobe zur Verfügung gestellt. Frauen, die den Angstschweiß vorgelegt bekamen, zeigten höhere Aktivität des mittleren Stirnmuskels, ein Muskel, der mit ängstlichen Gesichtsausdrücken in Verbindung steht. Jene Frauen, die den Freudenschweiß rochen, zeigten hingegen muskuläre Aktivität wie sie beim Duchenne-Lächeln, dem echten Lächeln, bei dem auch die Augen mitlachen, auftritt.

Aktives Wahrnehmen ist nicht notwendig

"Das ist ein Anzeichen dafür, dass jemand, der glücklich ist, andere in seiner Umgebung ebenfalls mit Freude durchtränken kann. Gewissermaßen ist Freudenschweiß so wie Lächeln - er ist ansteckend", so Semin. "Es gibt viele Dinge, die wir nicht wirklich wahrnehmen können, sich aber trotzdem ereignen - manche Hunde können zum Beispiel Unterzuckerung bei ihren Besitzern registrieren. Und auch beim Menschen kann Wahrnehmung auf optischer Ebene unterbewusst erfolgen: So kann zum Beispiel durch das Hinzufügen eines nicht bewusst wahrnehmbaren Bildes in einem Film die Lust auf bestimmte Getränke oder Speisen gesteigert werden", meint Luger abschließend.

Quelle: www.pressetext.com/Marie-Thérèse Fleischer

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