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Diamanten als Energiespeicher

Archivmeldung vom 20.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Ungeschliffener Diamant mit typischer Oktaederform
Ungeschliffener Diamant mit typischer Oktaederform

Foto: Rob Lavinsky, iRocks.com
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Diamanten zum Speichern von Energie? Das klingt zunächst überraschend. Doch genau diesen Ansatz verfolgen Forscherinnen des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energie e.V. (ZAE Bayern) und der Universität Würzburg in einem jüngst bewilligten Projekt im Rahmen des Projektverbundes UMWELTnanoTECH. Dabei sollen sogenannte Nanodiamanten helfen, elektrische Energiespeicher noch effizienter zu machen. Rund 3 Millionen Euro Euro Förderung gibt es für den Projektverbund vom Bayerischen Staatsmi-nisterium für Umwelt und Verbraucherschutz. Keine Energiewende ohne effiziente Speichermedien

Die umweltverträgliche Energieversorgung der Zukunft ist eine der zentralen Herausforderungen dieser Zeit. Dabei kommt der Speicherung elektrischer Energie eine besondere Bedeutung zu, wie der Bayerische Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Marcel Huber, im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Netzwerkes am 22.November im Deutschen Museum in München betonte.

Superkondensatoren als Energiespeicher der Zukunft

Sogenannte Superkondensatoren, auch Supercaps genannt, können elektrische Energie ohne verlustreiche Umwandlungsprozesse innerhalb von Sekunden aufnehmen und wieder abgeben. Superkondensatoren sind daher vor allem für schnelle Lade- und Entladevorgänge interessant, wie beispielsweise die Rückgewinnung von Bremsenergie (sog. Rekuperation) in Fahrzeugen.

Supercaps werden aus hochporösen Kohlenstoffen, wie Aktivkohle oder sogenannten Aerogelen, gefertigt. Fünf Gramm dieser Materialien besitzen eine Oberfläche so groß wie ein ganzes Fußballfeld. Hierdurch ist es möglich, Kondensatorelektroden mit sehr hohen volumenspezifischen Kapazitäten bereit zu stellen. Außerdem übersteigt die Lebensdauer von Superkondensatoren die von Batterien um ein Vielfaches. Trotz dieser Vorteile liegt momentan die maximal speicherbare Energiemenge der verfügbaren Supercaps noch ein bis zwei Größenordnungen unter den Werten, die derzeit von Akkumulatoren erzielt werden.

Nanotechnologie soll´s richten:

Die Nanotechnologie soll hier helfen: Aktuelle internationale Forschung hat gezeigt, dass der Einbau von Nanodiamanten in die Matrix der Kondensatorelektroden eine erhebliche Steigerung der Kapazität und damit der Energiedichte verspricht. Genau das soll in dem auf drei Jahre ausgelegten Projekt nun genauer untersucht werden. Dabei soll vor allem geklärt werden, welche Funktion die Nanodiamanten in der Elektrodenmatrix besitzen, denn obgleich beide aus Kohlenstoff bestehen, ist ihre strukturelle Zusammensetzung doch fundamental verschieden. Besonders interessant ist, ob die Diamanten eine aktive Komponente darstellen oder lediglich als Additiv zur gesteigerten Kapazität beitragen.

Durch die Nanodiamant-Komponente ist keine signifikante Kostensteigerung für den Speicher zu erwarten. Anders als man nämlich glauben könnte, fallen diese drei bis fünf Nanometer großen Kohlenstoffpartikel als Abfallprodukte bei der Entsorgung von Sprengstoffen an und sind daher in industriellem Maßstab kostengünstig verfügbar.

Quelle: Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (idw)

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