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Forscher erhalten Schönheit von Ölgemälden

Archivmeldung vom 15.03.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.03.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Vorbereitung einer Probe zur genauen Alterungsbestimmung. Bild: tudelft.nl
Vorbereitung einer Probe zur genauen Alterungsbestimmung. Bild: tudelft.nl

Alterungsprozesse bei Bildern, die im 20. Jahrhundert gemalt worden sind, lassen sich dank einer neuen Methode von Forschern der Technischen Universität Delft erkennen, bevor die Kunstwerke Schaden nehmen. Die Experten analysieren die Bilder mit einer aufwendigen Methode namens AFM-IR, was für "Atomic Force Microscopy-Infrared Spectroscopy" steht. Dabei werden charakteristische Peaks sichtbar, die eindeutig dem Alterungsbeginn von Titandioxid zuzuordnen sind.

Titandioxid kam 1920 erstmals auf den Markt. Maler waren von dem Weißpigment begeistert, weil es ihre Ölfarben zum Leuchten brachte. Pablo Picasso nutzte es, Piet Mondrian und viele der weltbesten Maler im 20. Jahrhundert auch. Das Pigment absorbiert ultraviolettes Licht - aus diesem Grund ist es Bestandteil vieler Sonnencremes. Dabei verändert es sich anfangs unmerklich. Mit der Zeit aber werden die ursprünglich intensiv leuchtenden Farben blasser, die Bilder verlieren ihre einstige Schönheit.

Jetzt können die Museen rechtzeitig Vorkehrungen treffen, um den Alterungsprozess zu stoppen. Die Bilder müssen vor UV-Strahlung geschützt werden. Man kann sie hinter Glasscheiben verbannen oder das Tageslicht durch UV-freie künstliche Beleuchtung ersetzen. Da nicht alle Maler Titandioxid genutzt haben, lässt sich ohne eine AFM-IR-Analyse nicht sagen, welche Bilder gefährdet sind.

Kompakte Geräte gefragt

"Unglücklicherweise war es bisher fast unmöglich zu erkennen, wann der Alterungsprozess bei Gemälden begann", so Birgit van Driel, die an der TU Delft und im Rijksmuseum in Amsterdam arbeitet, einem der besten Museen in den Niederlanden. "Wenn man den Alterungsprozess sehen konnte, war es eindeutig schon zu spät."

Unglücklicherweise lässt sich die aufwendige Analyse nicht mit allen infrage kommenden Bildern machen, weil es zu zeitaufwendig und teuer wäre. Das wird sich ändern, hofft van Driel. Sie glaubt, dass es bald mobile kleine Analysegeräte gibt. Man könne Bilder dann alle fünf Jahre auf Alterungsprozesse untersuchen. Außerdem glaubt sie, dass die Infrarot-Analysetechnik auch hilft, neue Verfahren für das Restaurieren von Gemälden zu entwickeln.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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