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Drohnen: Kleinster Autopilot der Welt entwickelt

Archivmeldung vom 28.08.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.08.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Chip: Diese kleine Leiterplatte fliegt Drohnen. Bild: tudelft.nl
Chip: Diese kleine Leiterplatte fliegt Drohnen. Bild: tudelft.nl

Forscher an der Technischen Universität (TU) Delft haben den kleinsten Autopiloten der Welt für Flugdrohnen entwickelt, gebaut und getestet. Das "Lisa/S" genannte Modul wiegt nur 1,9 Gramm und ist etwa so groß wie eine Euromünze. Die Ausführung verspricht kompaktere Mini-Drohnen (Micro Aerial Vehicles, MAVs), die länger in der Luft bleiben und eher Nutzlasten wie Kameras transportieren können.

"Unser Traum ist, dass jeder Feuerwehmann MAVs in der Brusttasche hat, um sie zur Inspektion eingestürzter oder brennender Gebäude zu nutzen, ohne hineingehen zu müssen", sagt Bart Remes, Koordinator des Micro Aerial Vehicle Laboratory an der TU Delft. Um Mini-Drohnen generell zugänglicher zu machen, hat sein Team auf ein quelloffenes Design gesetzt, das auch andere leicht testen können - um dann vielleicht wertvolles Feedback zu liefern.

Fokus auf das Wesentliche

Autonome Drohnen, die Einsatzkräfte unterstützen können, sind heute ein wichtiges Forschungsgebiet. Erst vorige Woche haben Forscher der TU Wien gezeigt, dass ein Smartphone als Pilot für einen Quadcopter reicht. An einem eben solchen Fluggerät haben auch die Niederländer ihren Chip getestet. Dieser ist im Vergleich zu einem Smartphone aber auf die wirklich notwendigsten Komponenten reduziert, wie Remes gegenüber pressetext betont. Eine neue Software hält dabei die Verbindung zu einer Bodenstation und einem Funkfernsteuer-Transmitter.

Insgesamt ermöglicht das eine unvergleichlich kompakte Ausführung - der Delfter Autopilot ist nur zwei mal zwei Zentimeter groß. Diese starke Miniaturisierung hat den Vorteil, dass der Chip auch sehr kompakte MAVs fliegen kann - Mini-Helikopter beispielsweise, die bei Rettungseinsätzen eher durch kleine Ritzen und Spalten kommen würden als der Test-Quadcopter. Bei solchen Winzlingen ist auch die Gewichtsreduktion bedeutsam. Denn der Flug verbraucht dadurch weniger Energie, die Drohne kann somit länger Einsätze fliegen.

Zukunft: Drohnen für alle

Für die Delfter Forscher ist klar, dass Flugdrohnen in Zukunft eine immer größere Rolle in unseren Leben spielen werden. "Unser Ziel ist es, MAVs so gängig wie Smartphones und Laptops zu machen", meint Remes. Damit das gelingt, stellt das Team seine Entwicklung quelloffen im Rahmen des Autopiloten-Projekts Paparazzi http://paparazzi.enac.fr bereit, die Elektronik-Hardware wird es ab Januar 2014 auch zu kaufen geben. Es bleibt freilich abzuwarten, ob nicht zumindest das Massenpublikum sich weiterhin eher für Smartphone-Piloten und -Fernsteuerungen begeistern kann.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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