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Bayer AG von Hackern ausgespäht

Archivmeldung vom 04.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Seiten im Hacker-Visier. Bild: fellex, pixelio.de
Seiten im Hacker-Visier. Bild: fellex, pixelio.de

Der Dax-Konzern Bayer ist Opfer einer digitalen Spionageaktion geworden. Die Hackergruppe mit dem Namen "Winnti" hatte nach exklusiven Informationen von BR und NDR mehr als ein Jahr lang Zugriff auf das Netzwerk der Bayer AG.

Bayer bestätigte den Vorfall auf Anfrage. Man habe "Anfang 2018 Anzeichen von Winnti-Infektionen detektiert und umfangreiche Analysen gestartet", heißt es in einer schriftlichen Antwort des Konzerns. Es lasse sich nicht rekonstruieren, seit wann die Hacker im Bayer-Netzwerk aktiv waren. Die Hacker hatten Schadsoftware eingesetzt, mit der sie sensible Informationen ausspähen können. Bayer nennt den Vorfall einen "signifikanten Angriffsversuch auf das Unternehmen" - auch wenn es derzeit keine Belege gäbe, dass tatsächlich Daten abgeflossen seien. Bis Ende März hatten die Hacker laut Angaben des Unternehmens Zugriff auf das Netzwerk. Der Konzern stellte Anzeige, die bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelte Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) will sich aus "ermittlungstaktischen Gründen" derzeit nicht äußern.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt, dass die Bedrohungslage im Cyber-Raum für die deutsche Wirtschaft auf einem angespannt hohen Niveau sei. Die Gruppe soll nach Angaben von deutschen Sicherheitsbehörden dem chinesischen Staat nahestehen. Der frühere BND-Präsident Schindler, der heute als Berater arbeitet, weist darauf hin, dass die eindeutige Zuordnung einer Hackergruppe zu einem Land immer sehr schwierig sei. Cyber-Spionage bei deutschen Konzernen passe aber zu Chinas ehrgeizigen Wirtschaftszielen: China wolle "bis 2025 zu den führenden Wirtschaftsnationen aufschließen und bis 2049, also zum Einhundertjährigen Bestehen der Volksrepublik, zur mächtigsten Wirtschaftsnation der Welt werden", so Schindler im Interview. Neben Bayer fand sich die Winnti-Spionagesoftware nach BR- und NDR-Recherchen seit Anfang des Jahres auch bei drei Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand. Bereits 2016 war mit Thyssenkrupp ein anderer Dax-Konzern von der Gruppe "Winnti" ausgespäht worden.

Quelle: NDR Norddeutscher Rundfunk (ots)

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