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Deka-Chefvolkswirt: Deutschland lebt von der Substanz

Archivmeldung vom 18.06.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.06.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Industriebrachen & Deindustriealisierung & altes Kraftwerk (Symbolbild)
Industriebrachen & Deindustriealisierung & altes Kraftwerk (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Mit deutlichen Worten hat der Chefvolkswirt der Deka-Bank, Ulrich Kater, die wirtschaftspolitische Bilanz der Bundesregierung kritisiert. "Deutschland lebt zurzeit gut, aber es lebt von der Substanz. Und die Substanz wird langsam dünn", sagte Kater im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Der wirtschaftliche Aufschwung der vergangenen Jahre gehe stark auf die Arbeitsmarktreformen unter Kanzler Gerhard Schröder zurück. "Es kann aber nie eine abschließende Reform geben, mit der alles endgültig geregelt ist", sagte Kater.

Wer sich nicht an eine wandelnde Welt anpasse, roste ein. Das sei Deutschland passiert. "Bei Themen wie Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung oder Steuern haben wir zu wenig gemacht. Dazu kommt, dass Schwarz-Rot einige der Schröderschen Reformen wieder zurückgedreht hat, etwa im Rentensystem."

Kater machte darauf aufmerksam, dass andere Länder ihre Unternehmenssteuern gesenkt hätten und Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt habe. "Das heißt nicht zwangsläufig, dass wir nachziehen müssen. Aber dann ist die einzige Alternative, auf die anderen Länder einzuwirken, um einen Steuerwettbewerb nach unten zu verhindern."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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