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Fleischunternehmer und Schalke-Boss Clemens Tönnies weist Vorwurf der Ausbeutung zurück

Archivmeldung vom 28.08.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.08.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Tönnies Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück
Tönnies Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück

Foto: Daidalus
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Fleischunternehmer und Aufsichtsratschef des FC Schalke 04, Clemens Tönnies, hat die von NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) erhobenen Vorwürfe der Mitarbeiter-Ausbeutung scharf zurückgewiesen. "Die Vorwürfe stimmen nicht, und so etwas macht man nicht. Der Arbeitsminister hat die Aufgabe, sich mit dem Branchenführer an einen Tisch zu setzen, wenn er etwas zu kritisieren hat", sagte Tönnies der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Donnerstagausgabe). Das Unternehmen aus Rheda-Wiedenbrück erwartet nach Angaben von Vorstand Frank Duffe eine Richtigstellung der Landesregierung. Tönnies selbst hat zudem bei SPD-Fraktionschef Norbert Römer interveniert und fühlt sich als Opfer "einer Kampagne".

Arbeitsminister Schneider hatte unter Berufung auf Ergebnisse einer Sonderaktion des NRW-Arbeitsschutzes Lohndumping, Endlosschichten und die Vernachlässigung von Sicherheitsstandards bei Großunternehmen der Fleischindustrie beklagt und dabei öffentlich deutliche Anspielungen auf Tönnies gemacht. Von Hungerlöhnen und "frühkapitalistischen Zuständen" war die Rede.

Laut Unternehmensgruppe Tönnies liegen die Ergebnisse der Überprüfung des Stammwerks in Rheda-Wiedenbrück und von drei Werkvertragsnehmern aus Rumänien, Griechenland und Polen jedoch noch gar nicht vor. Der mit der Auswertung betraute Behördenmitarbeiter befinde sich im Urlaub. "Bislang gibt es keinerlei Beanstandungen der zuständigen Bezirksregierung", erklärte Tönnies-Manager Duffe. In den vergangenen Jahren habe man kein einziges Bußgeld wegen Verstößen gegen den Arbeitsschutz kassiert.

Tönnies zahlt nach eigener Aussage seinen etwa 1500 festangestellten Mitarbeitern einen Stundenlohn von mindestens 8,50 Euro plus Zulagen. Von Dienstleistern, die für die etwa 3400 Werkvertragsmitarbeiter zuständig seien, würden eidesstattliche Versicherungen verlangt, dass ein Bruttostundenlohn von mindestens rund 8 Euro auch beim einzelnen Mitarbeiter ankommt. "Ich habe keine Angst vor einem gesetzlichen Mindestlohn", betonte Tönnies.

Das Arbeitsministerium blieb auf Anfrage bei der Minister-Aussage, dass sämtliche NRW-Großunternehmen der Fleischindustrie mit mehr als 350 Mitarbeitern gegen gesetzliche Bestimmungen verstießen.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (ots)

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