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Globale Studie zeigt, dass die Postliberalisierung in Europa verheerende Folgen hat

Archivmeldung vom 27.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Liberalisierung des Postmarktes führt ohne Ausnahme zu erhöhter Arbeitslosigkeit, verschlechterten Arbeitsbedingungen und schlechterem Service für Kundinnen und Kunden, beweist die heute veröffentlichte Studie von UNI Global Union.

UNI fordert die Europäische Union dazu auf, sofort einen Aufschub der Implementierung der dritten Postdienstleistungsrichtlinie einzuleiten und eine gründliche Debatte über dieses Thema zu starten. Wettbewerb ist nicht im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten, sondern erzeugt Sozialdumping und erhöhte Arbeitslosigkeit.

Die weltweite Studie in 13 Ländern ergab, dass die vollständige Liberalisierung des Postmarktes nicht funktioniert.

"Wir konnten kürzlich in Deutschland und den Niederlanden beobachten: Postunternehmen fordern niedrigere Löhne und kündigen massive Stellenkürzungen an. Dies ist das verheerende Ergebnis einer gescheiterten Liberalisierungspolitik", sagte Neil Anderson, Leiter von UNI Post&Logistik. "Unsere Studie zeigt deutlich, die Finanzkise ist ein Beschleuniger von Sozialdumping in Unternehmen wie TNT und Deutsche Post."

Die Studie untersuchte die Effekte der Liberalisierung auf die Beschäftigten und die Reaktionen der Gewerkschaften darauf.

UNI fand heraus, dass ökonomische Theorien, die für Liberalisierung sprechen, im Postsektor versagen. Liberalisierte Postmärkte zeigen nur wenig Wettbewerb durch neue Wettbewerber. Diese erreichen gerade einmal einen Marktanteil von 0,1% bis 10%. Nur wenige neue Unternehmen stiegen zusätzlich zu den etablierten Betreibern in den Markt ein, in den meisten Fällen waren dies lediglich ein bis vier neue Wettbewerber.

Die Studie zeigte einen enormen Jobverlust durch die Liberalisierung. Es kam zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bei den konkurrierenden Postdienstanbietern, zu Lohnkürzungen und Lohndumping, sowie zu einem Anstieg von prekären Arbeitsbedingungen durch einen Zuwachs von atypischer Beschäftigtung.

Quelle: UNI Global Union

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