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Finanzprofis sehen Steuerzahler bei Bankenrettungen in der Pflicht

Archivmeldung vom 20.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de
Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de

Bei einer Schieflage wichtiger Banken werden die Steuerzahler nach Einschätzung von Finanzprofis auch künftig einspringen müssen, ungeachtet aller bisheriger Reformen. Ihr finanzieller Beitrag dürfte aber kleiner werden. "Der Fortschritt wird darin bestehen, dass künftig der Kapitalmarkt an den Verlusten beteiligt wird", sagte Martin Wiesmann, Leiter des Investmentbanking bei JP Morgan Deutschland dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe).

Die Allgemeinheit werde aber zur Absicherung von nachhaltigen Restrukturierungen weiter benötigt. "Ohne Steuergeld wird es nicht funktionieren", sagte Johannes Adolff von der Rechtsanwaltskanzlei Hengeler Mueller. Es gehe darum, das Steuergeld "gezielter, chirurgischer, präziser" einzusetzen. Den Besitzern von Bankanleihen entstehen dadurch höhere Risiken. Deshalb werden die Refinanzierungskosten der Institute wohl steigen, so Rüdiger Filbry, der Chef der deutschen Bankberatung der Boston Consulting Group. Laut Wiesmann gibt es aber Anzeichen dafür, "dass sich der Kapitalmarkt auf solche Veränderungen relativ schnell einstellt". Zuversicht gibt ihm eine Befragung, die JP Morgan unter Investoren durchführte. Danach halten 90 Prozent der Anleger vorrangige Bankanleihen weiterhin für eine Anlageklasse, in die sie investieren können. "Vor zwei Jahren hat das nur etwa die Hälfte der Investoren so gesehen", ergänzte Wiesmann.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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