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Finanzskandal bei der Swedbank aufgeflogen

Archivmeldung vom 21.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Swedbank-Hauptquartier: Aktien fallen wegen Skandal (Foto: youtube.com)
Swedbank-Hauptquartier: Aktien fallen wegen Skandal (Foto: youtube.com)

Die Swedbank soll 40 Mrd. Kronen (rund 3,8 Mrd. Euro) von 2007 bis 2015 auf Konten der baltischen Töchter der Swedbank und der Danske Bank hin- und hertransferiert haben. Das berichtet der schwedische Fernsehsender "SVT" unter Berufung auf Insider.

"Beträge weiß Gott keine Peanuts"

"Man kann und muss genauer hinsehen, wenn Beträge eine bestimmte Dimension erreichen, die hier definitiv überschritten wurde. Die Summen, über die wir bei der Swedbank reden, sind weiß Gott keine Peanuts", meint Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums, im Gespräch mit pressetext. "Die, die das nicht gesehen haben, sind entweder nicht für den Posten geeignet oder haben einfach nichts getan, wenn nicht noch Schlimmeres."

In dem Bericht wird die Bank mit dem Geldwäscheskandal bei der Danske Bank in Verbindung gebracht. So soll es Transaktionen von 50 Kunden, die keine erkennbaren Geschäfte tätigten und als Briefkastenfirmen fungierten, gegeben haben. Laut Gerke hätte man diese Geschäfte früher erkennen müssen: "In digitalen Zeiten ist es viel einfacher geworden, verdächtige Transaktionen zu identifizieren. Solche Geschäfte müssen in Deutschland angezeigt werden. Banken müssen aus eigener Vorsicht sagen, sie trennen sich lieber von einem Kunden, denn der Schaden bei solchen Finanzskandalen übersteigt den Gewinn bei weitem."

Dem Finanzfachmann nach ist der Markt solche Skandale "leider schon ein bisschen gewöhnt, aber er reagiert natürlich darauf". Und weiter: "Es ist für mich, wie auch für die Anleger, schwer zu sagen, was wirklich hinter diesen Geschäften steckt und wie sich der Markt dadurch entwickeln wird. Die Frage ist auch, was davon wirklich Geldwäsche war, wo die Bank strafbar ist und welche Schadensersatzforderungen es geben kann. Wenn das über die USA laufen wird, kann das teuer werden", betont Gerke auf pressetext-Nachfrage.

Aufsichtsbehörde FSA schweigt

Ein Swedbank-Sprecher gibt sich indes kämpferisch. Geldwäsche habe nach wie vor Priorität. Die zuständige Aufsichtsbehörde in Schweden, die FSA, will sich bislang nicht äußern. Vor allem die Filiale der Danske Bank in Estland steht im Fokus des Geldwäscheskandals. Interne Ermittlungen des Geldhauses hatten ergeben, dass der größte Teil der zwischen 2007 und 2015 über die dortige Niederlassung geflossenen Gelder von 200 Mrd. Euro verdächtig gewesen sei. Auch die Deutsche Bank soll verwickelt sein. Die Frankfurter waren mehrere Jahre als Korrespondenzbank für das dänische Institut aktiv.

Quelle: www.pressetext.com/Georg Haas

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