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Arbeitsmarktforscher warnt vor längerer Bezugsdauer von Arbeitslosengeld

Archivmeldung vom 13.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Warnen, kritisieren und Fingerzeig (Symbolbild)
Warnen, kritisieren und Fingerzeig (Symbolbild)

Bild: Cornerstone / pixelio.de

Experten des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kritisieren den SPD-Plan, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I zu verlängern. "In der Tendenz verlängert man damit eher die Arbeitslosigkeit", sagte der kommissarische Direktor des IAB, Ulrich Walwei, dem Berliner "Tagesspiegel".

Und mit der Dauer von Arbeitslosigkeit nehme nachweislich die Beschäftigungsfähigkeit ab. Zudem könne ein längerer Anspruch von älteren Menschen auf das Arbeitslosengeld für Betriebe einen Anreiz zu mehr Frühverrentungen darstellen. Das jedoch sei das Gegenteil dessen, was man in Zeiten des Fachkräftemangels benötige.

Aus Walweis Sicht wären die Mittel "sehr viel besser eingesetzt, wenn man sie nicht zur Alimentierung, sondern zur Verhinderung oder schnellen Beendigung von Arbeitslosigkeit verwenden würde". Insofern sei das zweite SPD-Vorhaben, die Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitslose auszubauen, der deutlich bessere Weg. Allerdings müsse man beim sogenannten Arbeitslosengeld Q "ganz genau hinschauen, um welche Art der Qualifizierung es sich handelt und ob sie für den Arbeitsmarkt Sinn macht", mahnte der Wirtschaftswissenschaftler. In diesem Fall könne man dann auch über Prämien nachdenken, die "das Durchhalten" sicherten.

Quelle: Der Tagesspiegel (ots)

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