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Weltgrößter Hedgefonds rechnet mit lockererer Geldpolitik der EZB

Archivmeldung vom 08.09.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.09.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Ray Dalio, Chef des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater, glaubt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik noch weiter lockern muss: "In sechs, spätestens in zwölf Monaten muss die geldpolitische Lockerung über den Aufkauf von Anleihen, das sogenannte Quantitative Easing, nochmals beschleunigt werden. Es gilt, den Kurs des Euros zu drücken. Das ist die einzige Möglichkeit, um die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Zone zu erhöhen und das Wachstum anzukurbeln", sagte Dalio im Interview mit dem "Handelsblatt".

An eine schnelle Lösung der Euro- und Griechenlandkrise glaubt Dalio nicht: Griechenland "wird noch lange in der Krise bleiben und Deutschland der Grausamkeit bezichtigen. Lediglich während der Großen Depression in den USA war die Lage eines Landes jemals schlechter. Ganz ehrlich, wenn es die Möglichkeit gäbe, die Situation mit einem gemanagten Zahlungsausfall zu entschärfen, würde ich sie in Betracht ziehen."

Nach den jüngsten Verwerfungen an den Börsen warnt Dalio, dass China seine "Wirtschaft und seine Schulden restrukturieren muss", und vergleicht die Situation der Volksrepublik mit einer "Herztransplantation", die den Patienten zwar langfristig stärke, kurzfristig aber belaste. Deshalb werde China als Lokomotive der globalen Konjunktur erst einmal ausfallen. "Nicht nur das chinesische Wachstum wird sich abschwächen, sondern das Wachstum der gesamten Welt", prophezeit Dalio und fügt hinzu: "Generell gesehen befinden wir uns am Ende eines langfristigen Schuldenzyklus – und das lastet schwer auf dem Wachstumspotenzial.

Nicht nur in China, auch in Europa und den USA sieht die Schuldensituation nicht gut aus." Einen Crash an den Märkten fürchtet der Hedgefonds-Manager dessen Firma knapp 170 Milliarden Dollar verwaltet, dennoch nicht: Die Liquiditätsschwemme der Notenbanken "treibt die Wertpapierpreise in die Höhe und schafft damit einen gewissen Wohlstandseffekt, der die Wirtschaft stützt", erläutert Dalio. "Weil dieser Stimulus durch frisches Geld statt durch Schulden finanziert ist, haben wir es nicht mit einer Blase zu tun. So lange die Notenbanken ihre Geldpolitik nicht verschärfen, muss die Liquidität irgendwo hin. Deshalb sind die Kurse nicht sehr anfällig, Korrekturen kann es aber natürlich geben", meint der Hedgefonds-Manager.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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