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Studie: Rentenpläne und Mindestlohn verleiten zu Schwarzarbeit

Archivmeldung vom 05.02.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.02.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Doris Oppertshäuser
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Laut einer Studie der Universität Linz und des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) verleiten die Rentenpläne der Großen Koalition und der angedachte Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde zu Schwarzarbeit. "Dem Staatshaushalt und den Sozialsystemen werden durch die Vorhaben rund eine Milliarde Euro verlorengehen", sagte Friedrich Schneider, renommierter Forscher für Schattenwirtschaft, im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Gleich an mehreren Vorhaben der Großen Koalition lassen die Autoren der Studie kein gutes Haar: Der geplante bundesweite Mindestlohn von 8,50 Euro in allen Branchen führe dazu, dass abseits der regulären Beschäftigung 1,2 Milliarden Euro mehr als bisher umgesetzt werden. "In den ostdeutschen Ländern werden die Ausweichreaktionen besonders groß sein", prognostiziert der Linzer Ökonom Schneider. Die Beschlüsse, die Rentenbeiträge zugunsten der Rente mit 63 und der Mütterrente nicht abzusenken sowie den Beitragssatz für die Pflegeversicherung anzuheben, lasse die Schattenwirtschaft künftig um 1,8 Milliarden Euro wachsen.

Auch DIW erwartet Zunahme der Schwarzarbeit durch Mindestlohn

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) stützt jüngste Studienergebnisse, wonach die Schwarzarbeit durch die schwarz-roten Reformvorhaben wie Mindestlohn und Rente mit 63 zunehmen wird. "Der Verdacht liegt nahe", sagte DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Mindestlohn könne einen "Verdrängungswettbewerb" in Gang setzen. So sei es wahrscheinlich, dass vor allem in Branchen mit traditionell geringer Gewinnspanne wie dem Friseurhandwerk die Preise steigen. "Dies könnte den Effekt haben, dass eine Kundin ihre Friseurin fragt, ob sie ihr nicht die Haare auch abends zu Hause schneiden könnte. Für die Kundin wäre das preiswerter, und für die Arbeitnehmerin würde es keinen Unterschied machen", führte Brenke aus.

Der mögliche Effekt sei gegenwärtig jedoch "unmöglich zu quantifizieren". Davon, beim Mindestlohn einzelne Gruppen wie Rentner oder Studenten auszuschließen, hält Brenke nichts: "Das würde erst recht eine Verdrängung lostreten. Dann würde man als Arbeitgeber keinen normalen Arbeitnehmer einstellen und ihm den Mindestlohn zahlen, sondern gleich einem preiswerteren Rentner oder Studenten den Job geben. Das kann nicht Sinn eines Mindestlohns sein."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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